Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- 37. für das Schlujahr 1913-1914 (1914)
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 3 (sequence 9)
- Language
- German
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Einleitung. 3 N. zugeschriebenen Schriftauslegungen läßt sich nachweisen, daß sie tatsächlich als maßgebend anerkannt wurden. Die Erklärung der Gelehrten zu Exod. 2, 2\ ist dieselbe, welche in der Mechiltha und in einer Baraitha des babylonischen Talmuds anonym gebracht wird und welche Symmachus und nach ihm Hieronymus an der genannten Exodusstelle wiedergeben1). Die Deutung der Gelehrten zu Gen. 49, ti und zu Exod. 2, 12 liegt dem palästinensischen Targum zu beiden Stellen zu Grunde. Dasselbe gilt in Bezug auf Deut. 25, 18. Zu Gen. 14, 13 werden neben den Erklärungen J. und N/s zwei Erklärungen der Gelehrten für die Bezeichnung Abrabams als ע.תדי. tradiert• Von diesen zwei Erklärungen liegt die erste der Übersetzung Aquilas (aber auch der LXX) zu Grunde, die zweite der Übersetzung des Hieronymus2). Die Erklärung der Gelehrten zu דארכי, II. Sam. 15, 32 ist sowohl 1m Targum wie in der Vulgata erkennbar. Auch aus den anderen tannaitischen Kontroversen lassen sich Beispiele dafür anführen, daß die Meinung der Gelehrten als die rezipierte Erklärung anerkannt wurde; so bei der Erklärung des Wortes כברת, Gen. 35,16, gegen Eleazar b. Jakob*- im paläst. Targum und in der Vulgata; in der Erklärung von Prov. 6, 16, gegen Meir, in der Vulgata. — Zwei Meinungen der Gelehrten gegenüber Jehuda b. Ilai (über die Prophetie Moses* und zu Exod. 28, 34) finden sich anonym in Baraitha des babylonischen Talmuds; ebenso eine Erklärung der Gelehrten gegen Jonathan (b. Joseph), zu Num. 6, 9; eine Meinung der Gelehrten über das Sündenbekenntnis am Versöhnungstage, gegen El. b. Jakob. In den hier angeführten Beispielen ist es in der Regel die einfache, rationelle Auslegung der Bibelstellen, die durch 1) S. unten die Anmerkung zu der betreffenden Stelle. Auch für die weiteren hier zu bringenden Beispiele sei ein für alle Male auf die Anmerkungen zu den betreffenden Stellen verwiesen. 2) Die lateinische Bibelübersetzung des Hieronymus (die Vulgata) kann in den hier angeführten Fällen als Zeugniß der in Palästina am Ende des 4. Jahrhunderts bei den jüdischen Gelehrten herrschenden exegetischen Auffassung gelten.