Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- 33. für das Schlujahr 1909-1910 (1910)
- Date
- 1910-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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VORWORT. Auf die älteste Geschichte der Juden Jemens fällt der Glanz eines Königsthrones. Ein Jahrhundert vor dem Auftreten des nordarabischen Propheten, durch den der Monotheismus des Judentums zur Grundlage einer neuen Weltreligion wurde, saß auf dem Throne Südarabiens ein eifriger Bekenner des Judentums, dessen Untergang aber auch den Juden seines Reiches zum Verhängnisse wurde. Die Juden Jemens verschwinden gleichsam vom Schauplatze der Weltereignisse und auch aus dem Bewußtsein der großen jüdischen Gesamtheit, und erst nach mehr als sechs Jahrhunderte treten sie wieder aus dem sie umhüllenden Dunkel hervor. Benjamin von Tud ela (1160—1170) bietet in seinem Reiseberichte merkwürdige Angaben über die südarabischen Juden. Aber diese Angaben hatte er nicht durch Autopsie, sondern wohl in B a gd a d vernommen. Sie stehen in seltsamem Gegensätze zu den Tatsachen, die nur wenige Jahre später (1172) das in arabischer Sprache verfaßte Trostschreiben Moses Maimunfs an die jüdischen Gemeinden Jemens veranlassten. Was wir in dem ״Iggereth Temanct über den schweren Druck und Glaubenszwang, unter dem die Juden Jemens lebten und über das Auftreten eines Pseudomessias lesen, bleibt für eine Reihe von Jahrhunderten die letzte Kunde, die von ihnen nach dem Westen gelangte. Nur eine einzige liturgische Merkwürdigkeit wird über sie erzählt. Ihre Beziehungen zu dem gefeierten Urheber jenes Trostschreibens hatten bei ihnen eine so schvrärmerische Verehrung für ihn erregt, daß sie seinen Namen im Kaddischgebete erwähnten; so erzählt auf Grund glaubhafter