Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- 30. für das Schlujahr 1906-1907 (1907)
- Date
- 1907-01-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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9 dem Nutzen, den Geiger aus Strauß und der Tübinger-Schule geschöpft hat. Er faßt Geigers Lehren über die Entstehung, das Wesen und die Entwickelung der Religion trefflich zusammen. Obwohl der Verfasser die zentrale Wichtigkeit, die in Geigers religiöser Betrachtung den historisehen Momenten zukommt, nicht prägnant genug entwickelt und sie bloß streift, und mehr ihre praktische Anwendung darstellt als ihre weitaus wichtigere theoretische Begründung, so zeigt er doch auch in diesem Teile seiner Arbeit, daß er Abr. Geigers religionswissenschaftlichen Ideengang und sein Streben verstanden hat. Ein großer Mangel der Arbeit ist, daß der Verfasser in der Darlegung seiner Resultate mit der Dokumentierung gekargt hat. Bei der Fragestellung hat mir die systematische Zusammenfassung der zerstreuten Äußerungen einem Denker gegenüber vorgeschwebt, der sein System ohne Unterlaß anwendet, aber es nicht in zusammenhängendem Vortrage dargelegt hat. Diese zusammenhängende, durch die Ordnung der zerstreuten Äußerungen belegte Darstellung, haben wir von dem Verfasser der Arbeit erwartet. Mit Ausnahme einiger schlagender Stellen bietet er nicht viel aus Geigers Äußerungen. So können wir denn die Arbeit nicht als eine präzise Lösung unserer Frage * betrachten, wir betrachten sie jedoch als ernstes und berücksichtigenswertes Streben nach dem aus gesteckten Ziele. Bemängeln müssen wir ferner an vielen Stellen das Stückweise der Darlegüng, den Mangel genauer und folgerichtiger Systematik, wodurch der Verfasser manchmal in Wiederholungen verfällt, die er vermeiden könnte, wenn er in je einem Paragraphen mit strengerer Logik seine Betrachtungen gruppieren würde. Wenn der Verfasser seine Arbeit zu veröffentlichen beabsichtigt, so muß er sie nach den hier berührten Gesichtspunkten gründlich umarbeiten und ergänzen. Dabei wird er gut tun, auch den stilistischen Momenten Beachtung zu widmen. Die Überschriften, die er anwendet, decken nicht immer die Gedanken, die sie ausdrücken müßten. Ich habe ihn hin und wieder im Manuskript auf manche Details aufmerksam gemacht, die Grund zu Einwänden geben.