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Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest · 1905-01-01 · 28. für das Schlujahr 1904-1905 (1905) · page 318

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Journal
Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
Volume
28. für das Schlujahr 1904-1905 (1905)
Date
1905-01-01
Page
– (sequence 318)
Language
German
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IRI
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9 Stoffes am kärglichsten behandelt, . von dem wir bei der. im Zusammenhänge mit der Philosophie erfolgten Fragestellung; wünschten, dass er in erster Reihe in Betracht genommen werde, nämlich: Die Stelle der Askese in der philosophischen Literatur. Es war nicht nötig, dass der Verfasser so weitläufig auf die allgemeinen Fragen eingegangen ist, welche die ersten 21 Seiten seiner Arbeit ausfüllen und bezüglich welcher wir yon ihm nicht jene gründlichen Vorkenntnisse voraussetzen, welche zur Abfassung dieser Teile notwendig .sind. Daran schliesst er einen Exkurs, der unter dem Titel: »Die Lebensauffassung des Judentums« eine Apologie der antiasketischen Richtung des Judentums enthält, die er aber an dieser Stelle nicht zu Ende führt. Wiederholt verfällt er wieder und wieder in den apologetischen Ton, so oft die Erwähnung irgend einer entgegengesetzten Meinung ihm dazu den Anlass bietet. Die Apologie war in die aus rein historischem Gesichtspunkte gestellte Frage nicht mitinbegriffen. Auf Seite 34 (»Der Asketismus in der heiligen Schrift«) beginnt er die eigentliche Behandlung der gestellten Preisfrage. Ich finde in diesem Kapitel nicht, dass die Stellung der biblischen Literatur zum Asketismus erfolgreich behandelt \väre. Ich konnte in der Darstellung des Verfassers bezüglich der biblischen Literaturgeschichte keinen einheitlichen und systematischen Standpunkt finden, von dem aus er den historischen Verlauf der Verhältnisse und Tatsachen hätte würdigen können. Hin und wieder wagt er manche vage Behauptung. Das Nasiräertum hält er für eine gegen den kanaanitischen Geist erfolgte Reaktion. Der Verfasser stellt mit grosses Lob verdienendem Fleisse und ernstem Streben die zahlreichen und vielseitigen den Asketismus teils befürwortenden, teils abweisenden Aeusserungen zusammen und führt sie auf allgemeine Gesichtspunkte zurück. Er weist ihren Zusammenhang nach mit den im Judentum um die Zeit der Entstehung der talmudischen und Midrasch-Literatur herrschenden Geistesströmungen und allgemeinen Verhältnissen. Auch durch die Literatur der Apokryphen, mit der er zu diesem Zwecke sich mit grossem Fleisse beschäftigt hat, beleuchtet er die Daten, die von der

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