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Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest · 1905-01-01 · 28. für das Schlujahr 1904-1905 (1905) · page 83

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Journal
Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
Volume
28. für das Schlujahr 1904-1905 (1905)
Date
1905-01-01
Page
– (sequence 83)
Language
German
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80 Zu Leos Biographie. wo sie ihre Kartenpartie machten.«1) Die Charakteristik, die Molmenti von dem venezianischen Volke im 18. Jahrhundert gibt, passt nach seinen sonstigen Daten auch auf das 17. Jahrhundert, in welchem Leo gelebt. Sie lautet: »Während sich das Volk geräuschvoller Fröhlichkeit hingab, verbrachten Adelige und Bürger ihre Nächte beim Kartenspiel, wo sie die von ihren Vätern gesammelten Zecchinen in den verschiedenartigsten Spielen2) verloren. Die Spielhäuser, die Kasinos, die Kaffees waren die beliebtesten Versammlungsplätze der Männer und Frauen. Die Wenigerbemittelten wetteiferten mit den Wohlhabenderen und nachdem sie den letzten Dukaten verloren hatten, verspielten sie ihre Uhr, ihre Ringe etc. alle ihre Pretiosen, die sie bei sich hatten.«3) Wenn man nun noch hinzunimmt, dass Leos zwei Stiefbrüder, in deren Ge- Seilschaft er seine Kinderjahre in Montagnana verbrächte, passionierte Spieler waren, welcher Umstand ihn zur Abfassung seines mehrmals gedruckten Büchleins gegen das Spiel4) veranlasste, so hat man das Milieu, in welchem seine Spielleidenschaft entstanden und grossgezogen wurde. Diese soll hiermit natürlich nicht gerechtfertigt, sondern lediglich begreiflieh gemacht werden. Wenn es also einerseits nicht den Tatsachen entspricht, wenn Libowitz in seiner Biographie5) *) Molmenti 241. Es bezieht sich auf die Arbeiter der zu Venedig gehörenden Fabriksstadt Murano im 16. Jahrhundert. 2) Leo efwähnt in seinem zitierten Gutachten ebenfalls vielerlei Spiele mit Karten. 3) Molmenti 513 f. Schon 1586 und lb96 gab es in Venedig Spielbanken (ib. 516). 4) סור מרע ed. princeps, Venedig 1595 und oft (CB. 5745, 22—30). In dem mehrfach zitierten Gutachten fol. 53 b, col. b. sagt Modena: בהיותי בן י״ג שנה שאז חברתי מאמר סור מרע על הצחוק נדפס אח״ב בויניציאה זה ל״ה שנה וחזרו והדפיסוהו פראגה זה י״ג שנים, also nicht im vierzehnten Lebensjahre, wie bei Steinschneider. Die Prager Ausgabe ist nach Zunz (Zur Geschichte p. 290, Nr. 159) 1615, nach Steinschneider, der sich auf Zunz beruft, 1614—15 erschienen. Nach obiger Aussage des Autors wäre sein Büchlein 1616 — 17 in Prag gedruckt worden, denn das Gutachten ist 7. Adar 5390 (statt des Datums הש״ז lies 1630 הש״ץ) abgefasst. א) Erste Ausgabe 25 und 93, zweite Ausgabe 15 ff. etwas gemässigter.

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