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Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest · 1905-01-01 · 28. für das Schlujahr 1904-1905 (1905) · page 5

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Journal
Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
Volume
28. für das Schlujahr 1904-1905 (1905)
Date
1905-01-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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2 Einleitung. Vergangenheit erforscht werden. Die jüdischen Geschichts- Studien machen auch diese Wandlung der allgemeinen Ge- Schichtswissenschaft mit und es fehlt nicht an einschlägigen grösseren und kleineren Beiträgen. Die Geschichte des inneren Lebens der Juden erweckt ein umso höheres Interesse, weil das äussere Leben nicht durch Taten politischer und kriegerischer Natur die Aufmerksamkeit fesselt. »Ein Volk in partibus schreibt keine Geschichte«, sagte Zunz. Dieser Ausspruch war gewiss berechtigt, insolange mit dem Namen Geschichte nur die Erzählung politischer und kriegerischer Ereignisse bezeichnet wurde. Eine innere Geschichte hat jedoch auch ein Volk in partibus, wie es das jüdische war, und vielleicht noch in höherem Masse, als ein anderes. Wenn ein Volk nur aus seiner Geschichte erkannt werden kann, so gilt dies bei den Juden in erster Reihe vom inneren Leben der Vergangenheit, denn aus ihren äusseren Schicksalen können eher jene Völker erkannt werden, die solche über sie verhängt haben, als sie selber. Der Erfolg, den die Arbeiten zur inneren Geschichte erzielten, zeugt für das rege Interesse, das ihnen weitere Kreise entgegenbringen und es steht zu hoffen, dass es durch den Fortschritt der einschlägigen Studien entsprechend gesteigert werden wird. Einen Beitrag zu dieser inneren Geschichte liefern die Briefe und Schriftstücke Leo Modenas, die im zweiten Teile dieses Werkes zum erstenmal durch den Druck veröffentlicht werden. Über ihre Bedeutung brauche ich nicht viel Worte zu verlieren, sie sprechen für sich selber. Sie geben einen Querschnitt aus dem Privatleben der Juden von der Wende des 16. bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts. Sie sind in Venedig5 einer Weltstadt jener Zeiten, abgefasst worden, wo Grossmachtspolitik und Welthandel getrieben wurde, und wo als Folge beider, vorzüglich des letzteren Umstandes auch viele Fäden jüdischen Lebens, sowohl italienischer als auswärtiger, namentlich levantinischer Juden, zusammenliefen. Venedig war auch ein Zentrum für die Juden aller Länder, mit denen die Seremssima in Verbindung stand. Das Rabbinat von Venedig besass wohl keine weltliche Macht, es erfreute sich indes einer

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