Mannheim
Compact Memory

Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest · 1902-01-01 · 25. für das Schlujahr 1901-1902 (1902) · p. Seite 103

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
Volume
25. für das Schlujahr 1901-1902 (1902)
Date
1902-01-01
Page
Seite 103 (sequence 111)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
93% known words query
IRI
…/3122061-3122088--4134-3125241
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Drei Kodices der Tempelvorhalle. 103 Textabweichungen gegeben. Dieser Auffassung widerspricht jedoch der Text der Tradition so entschieden, als nur möglich. Wenn die Stelle sich nicht im Sifre befände, wäre man versucht, sie für keine I>araitha zu halten. In Soferim wird sie thatsächlich dem Amora Simon ben Lakisch zugeeignet, im Jeruschalmi erscheint sie wohl anonym, aber ohne die bei Baraithas übliche Einführungsformel. Möglich wäre ja, dass sie im Sifre, wo nur der erste Theil gegeben wird, eingeschoben ist. Wie immer man sich entscheidet, für historisch kann man eine Nachricht nicht halten, nach der in einem hebr. Musterkodex זאטוטי, ein nicht hebräisches Wort, gestanden hätte. Es wird anzunehmen sein, dass der ursprüngliche Text mit einer Interpretation versehen wurde. Der ältere Text hatte blos die ersten 10 Worte: ג׳ ספרים נמצאו בעזרה ספר מעוני וספר זעטוטי וספר היא d. h. in der Azara wurden drei Torakodices gefunden: *ספר ז;עטוטי ,ס?ר?*עי.ב und ספר היא. Die Erweiterung (Glossirung) alter Traditionen ist im Talmud, was keinem Forscher entgangen sein kann, gang und gäbe. Als ein eklatantes Beispiel kann die Fastenrolle angeführt werden, in welcher der ursprüngliche Text in aramäischer und der Kommentar in hebräischer Sprache abgefasst ist1). Die tannaitischen Texte bieten hiefür eine Menge von Belegen. Für diese Annahme spricht die Version des Traktates Soferim, wo der Amora Simon ben Lakisch als Urheber unserer Nachricht erscheint. Von ihm oder von einem seiner Lehrer, dessen Namen ausgefallen sein mag, oder schon von ihm selbst nicht erwähnt wurde, dürfte die Erkläiung der drei Namen stammen. Wenn man nun von dieser Interpretation, die den Geist aller alten Etymologien athmet, also Volksetymolol) Ich bemerke bei dieser Gelegenheit, dass diese Beobachtung vor Grätz schon H. Chajes gemacht hat; er muss also die Priorität, die er gegen J. Derenbourg für sich reklamirte, an Chajes abgeben (vgl. Chajes, תורת נביא%ם Zolkiew 1836, zweite Abhandlung, betitelt תורת נביאים או דברי קבלה, p. 8 a Anmerkung).

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.