Mannheim
Compact Memory

Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest · 1902-01-01 · 25. für das Schlujahr 1901-1902 (1902) · p. Seite 96

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
Volume
25. für das Schlujahr 1901-1902 (1902)
Date
1902-01-01
Page
Seite 96 (sequence 104)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
89% known words query
IRI
…/3122061-3122088--4127-3125234
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

96 Verbreitung der Bücher. - Zustände also - genau kannte. Der gelehrte Kirchenvater erwähnt oft die ״Archive der Juden״, die in den Häusern der Juden stehen, die Kästen und Schränke, die mit Büchern angefüllt waren. Er kennt Büchersammlungen, aus denen Exemplare verliehen wurden. Diese Einrichtung missbrauchte einer seiner jüdischen Helfer um ihm ein der Synagoge gehörendes, also korrektes Exemplar, in die Hände zu spielen1). Zu diesen direkten Angaben sei noch eine allgemeine Erwägung hinzugefügt. Von der Hochschätzung, man könnte fast sagen, von der Anbetung, deren sich die heiligen Schriften bei den Juden erfreuten, kann man sich keine genug hohe Vorstellung machen. Ein jedes Blatt der Tradition legt Zeugniss ab von dieser Verehrung, die dem modernen Menschen, er sei der höchste Idealist, unbegreiflich ist. Aus den vielen Belegen, die in anderem Zusammenhänge gegeben wurden, heben wir nur einen hervor. Ueber ein Toraexemplar, das verbrannt wurde, legte man Trauer an, wie über den Verlust von Vater und Mutter2). Je höher ein Werk geschätzt wird, desto ängstlicher wird es bewahrt und vor Verwesung geschützt. Es ist also selbstverständlich, dass die Bibelverehrung auf die Erhaltung ihrer Abschriften mächtig eingewirkt hat. Es bedarf keiner besonderen Beweisführung, dass der Schrifttext wo möglich noch ängstlicher behütet wurde. Es handelte sich ja um Go 11 e s W o r t, dessen Buchstaben er mit seinen eigenen Fingern geschrieben und noch immer mit 1) Krauss, Magyar Zsidö Szemle VII (1890) 339 f. und Jewisli Quarterly Review VI (1894) 232. Praef. in Esther (IX 1566) : Librum Esther . . . ego de archivis Judaeorum relevans; in Math. 23, 5: Judaoi alioquin armaria et areae habent libros; ep. 36. ad Damasum (I 158; : Subito Hebraeus intervenit, deferens non pauca Volumina, quae de Synagoga quasi lecturus acceperat et illico habes, inquit, quod postulaveras. *) m. Katan 26 a:ודר ואלו קורעין שאין טתאחין הקורע... ועל ספר תורה שנשרף. Sobald die Tora geöffnet wurde, durfte man nicht mehr reden, auch nicht über Halacha.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.