Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- 25. für das Schlujahr 1901-1902 (1902)
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 85 (sequence 93)
- Language
- German
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■ 'Verbreitung■■ der Bücher. 85 Wie es mit den Büchern vor der Makkabäischen Erhebung gestanden hat, ist nicht bekannt. Daniel (165) ״grübelt in den Büchern“, es haben also auch Private die Nationalschriften besessen, aber wie viel Sol״ eher es gab, ist nicht zu ermitteln. Ganz allgemein heisst es im I Makkabäerbuche (3, 48): die Syrer fahndeten nach den Büchern. Auf die Verbreitung der Exemplare lässt sich hieraus kein Schluss ziehen, zu vcrmuthen ist indess, dass zumindest jede Stadt eine Sammlung der heiligen Schriften besass. Nach der Religionsverfolgung des Antiochus Epiphanes, dem vielleicht der traurige Ruhm zufallt, die erste Bücherkonfiskation angeordnet zu haben1), sind die Exemplare seiten geworden. Das I Makkabäerbuch erzählt: ״Die Gesetzbücher, die sie [die Syrer] fanden, zerrissen und verbrannten sie; und wenn bei jemandem ein Buch gefunden wurde ... so überlieferte ihn der Erlass des Königs dem Tode“ (1, 56. 57). In dem Briefe der Jerusalemier an ihre ägyptischen Brüder wird erzählt: ״Ebenso hat auch Juda alle Bücher gesammelt, die während des Krieges [gegen die Syrer], den wir hatten, zerstreut wor« den waren, und sie befinden sich bei uns. Solltet ihr etwas davon brauchen, so lasst es euch holen“2). Nach diesem national-religiösen Freiheitskampfe erstärkte die Partei der Frommen, die später den Namen der Pharisäer führte. Mit dem Eifer für die Schrift, welche zur Einführung von Volksschulen führte, in denen die Bibel gelehrt wurde, vermehrten sich die Exemplare in bedeutendem Masse. Strittig ist die Erklärung von Psalm 40, 8. Targum und Talmud3) beziehen מגלת ם£ר auf eine Pentateuchrolle, welche Ansicht auch Ewald vertritt4). Wenn diese Interpretation richtig ist, wofür, wie schon oben betont worden, *) Birt (367) erwähnt ein Beispiel von Bücherverbrennung in Athen im Jahre 411, bemerkt aber, dass diese Nachricht mit Reserve aufzunehmen ist. Der erste, von dem wir sicher wissen, dass er Bücher koniisciren liess, war Augustus. Vgl. auch ib. 507. 2) II Makk. 2, 14. 15. 3) Jebamoth 77 a. 4) Löw, Graphische Requisiten I 115.