Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- 25. für das Schlujahr 1901-1902 (1902)
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 78 (sequence 86)
- Language
- German
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78 Aeussere Grösse der Bucker. י sondern auf der Lade gelegen. Es existirten ja weder Bundeslade noch Bundestafeln, R. Meir kann also falsch interpretirt haben. Sehr richtig. Der einzige Purkt aber in welchem er nicht irren konnte, war eben die äussere Grösse des Toraexemplars, denn solche existirten ja noch, er hatte also einen Maassstab für dasselbe. Er ,war ein Schüler auch des R. Jsmael, der den Tempel als Priester sehr gut kannte und der ihn aut* die Wichtigkeit seiner Beschäftigung als Toraschreiber aufmerksam machte und ihm verbot, in die Tinte Kupfervitriolwasser zu mischen1). Er war also in der Lage zu wissen, welche Masse das Musterexemplar der Tora besass. Ferner ist zu beachten, dass sein Kontroversant gegen die von ihm angenommene Grösse keinen Widerspruch erhebt. Der hellenistisch gebildete, vielgereiste, berufsmässige Schreiber Meir, der Ordner der Mischna, hat sich doch für seine eigene hochwichtige Beschäftigung interessirt und hat viele Bibeln gesehen• Er konnte in allem irren, nur in der Bestimmung der Grösse eines Toraexemplars nicht, zumal eines solchen, das sein Lehrer noch gesehen hatte. Wenn er also das Urexemplar für 45 cm hoch hälc, so ist es ganz sicher, dass grössere Exemplare in seiner Zeit nicht denkbar waren. Es ist von vornherein einleuchtend, dass die gewöhnliehen Synagogenrollen hinter der Grösse des ofiiciellen Toraexemplars zurückblieben, geschweige die Privatexemplare. Dass die anderen biblischen Schriften nicht nur vermöge ihres geringeren Inhaltes, sondern auch proportionell in kleinere Rollen geschrieben wurden, ist selbstverstündlich. Nebst der höheren Heiligkeit und Schätzung mag auch mit der äusseren Hohe und Länge die Yorschrift zusammenhängen, nach welcher die Tora zwei Rollstäbe, während andere Bücher nur einen haben müssen. Wenn man nun bedenkt, dass die volle, weder gespaltene, noch *) Erubin 13 a und Sota 20 b, wo widersprechende Traditionen citirt werden. Sicher aber ist, dass Meir von Ismael Lehren über sein Handwerk erhielt. Vgl. weiter III 1.