Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- 25. für das Schlujahr 1901-1902 (1902)
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 56 (sequence 64)
- Language
- German
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56 Umfang der Biiclier. Schrift nicht die Angabe enthalten gewesen wäre, dass sie Maleachi an gehöre, scheinbar also einem mit Namen genannten Propheten, hätte diese Schrift ebenfalls nur einen Anhang gebildet. Bei der Sammlung des Prophetenkanons ist keine einzige anonyme Schrift als selbständiges Buch aufgenommen worden. Zu beantworten bleibt nur noch die Frage, warum Zecharia 9—14 nicht als Anhang zu Maleachi gegeben wurde. Da es zwei mit משא bezeichnete Prophetenreden sind, hätten sie zu Maleachi, dessen Schrift ebenso bezeichnet wird, vorzüglich gepasst. Die richtigste Antwort dürfte , die sein, dass diese Prophezeiungen für älter als Maleachi angesehen wurden. Sie werden von der Kritik thatsächlich für alt gehalten, auf alle Fälle für älter als der letzte Prophet. Diese Art Kritik hat in der Geschichte des hebräischen Buchwesens eine Stütze, als blosse Willkür erscheint es aber, wenn auf divinatorische Weise einzelne Stücke aus den Schriften herausgerissen werden, wie z. B. auch bei den in Frage stehenden Abschnitten des Zecharia. Die ״höhere Kritik“ ist hier viel geringer anzuschlagen, als die ״niedere Kritik“. -Den Widerstreit des chronologischen und Rollengrössen-Princips in der Anordnung der Schriften kann man auch beim Hagiographenkanon verfolgen. Ginsburg1) stellt in einer Tabelle nicht weniger als 8 Ordnungen zusammen. Bei genauerem Zusehen entpuppen sie sich nur als drei Varietäten2). Die talmudische Anordnung, der sechs Manuskripte folgen, repräsentirt das chronologische Princip. Die Reihenfolge ist nämlich die folgende : Ruth, Psalmen, J0&, Proverhien, Prediger, Hohelied, Klagelieder, Daniel, Esther, Ezra-Nehemia, Chronik. Bis auf Job, das zwischen die davidischen und salomonischen Schriften eingeschoben ist, ist das chronologische Princip streng durchgeführt. Natürlich nach der Anschauung der Tradition. Vielleicht hielt sie David für den Verfasser des Job. Möglich ist auch, ג) Introduction 7. 2) Siehe meine Bemerkungen Jewish Quartedy Review XII 223. (M. Zsiäö Szemle XVI 320).