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Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest · 1902-01-01 · 25. für das Schlujahr 1901-1902 (1902) · p. Seite 18

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Journal
Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
Volume
25. für das Schlujahr 1901-1902 (1902)
Date
1902-01-01
Page
Seite 18 (sequence 26)
Language
German
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18 . Schreibstoffe. scheine. Als man in einem gewissen Falle den Besitzer einer Sklavin zwingen wollte, dieselbe gegen einen Schuldschein in Freiheit zu setzen, bemerkte ein Schriftgelehrter: ״er hält eine Perle in der Hand und wir geben ihm dafür eine Thonscherbe“1), Von einem ungiltigen Schuldbrief heisst es: ״Dieser Schuldschein ist blos eine Thonscherbe“2). Das hohe Alter der Thonscherbe als Schreibmaterial erklärt ihre Verwendung als Amulet3). Mit einer Thonscherbe, auf die der Gottesname geschrieben war, wurden die unteren Gewässer (תה1ם) beschwichtigt4). Der unaussprechliche Gottesname war auf den Grundstein eingravirt5). Nichts ist so zähe als der Aberglaube, ganz besonders der Zauberglaube mit seinen verschiedenen Mitteln zur Erreichung praktischer Ziele. Was also in der Zauberei gebraucht wird, ist von vornherein als uralt anzunehmen. Nun erwähnt die jüdische Tradition im Allgemeinen Amulete aus Metallplatten, ohne nähere Angabe über ihre Beschaffenheit6). Die״ Analogie lehrt jedoch, dass solche Platten eine Inschrift trugen, wie die interessante Bleirolle aus Hadrumetum in griechischer Sprache mit jüdischem Inhalt7). Eine Bleirolle mit dem 80. Psalm, die ebenfalls in neuerer Zeit bekannt wurde, diente sicherlich ebenfalls als Amulet8;. Es Hesse sich noch manches beibringen, doch 1). Kidduscbin 18a: נקיט מרגניתא בידיד ידבינא ליד ח סם א (erste Hälfte des 4. J11.). Vgl. Ketbub. 2a: ודוקא אחספא אבל אמגלתא לא. 2J Baba Batlira 32 b: דאי שטרא ח0פא בעלמא. Vgl. auch weiter 20 n. 6. Man denke übrigens an die Ostraka, über die Wilcken ein zweibündiges Werk geschrieben. 3) Knopf, Zeitschrift für die neutestamentliche Wissenschaft II 230, eine Thonscherce mit dem Texte des Vaterunsers als Zaubertafel (4. Jh.). Ibidem ein Ostrakon (Wunder Jesu als Amulet). 4) Makkoth 11a unt. 5) אבן שתיד• Altj. Zauberwesen 124. 6) Tosifta Kelim II 1, 11 (579 16) קמיע של מתכלת und ib. 12 [פסלי. Vgl. Altjüdisches Zauberwesen 89 n. 4 und o und weiter 19 n. 1. י) Altjüd. Zauberwesen 96 ff. 8) Knopf, Zeitschrift für die neut. Wissenschaft II 231.

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