Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- 25. für das Schlujahr 1901-1902 (1902)
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 12 (sequence 20)
- Language
- German
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12 Schreibstoffe. urspiünglichen Bedeutungen: einschneiden, einritzen, emgraben, noch behalten haben. Das Material ist so allgemein im Gebrauche, dass es nirgends genannt wird. Aus dem Umstande, dass hie und da ein Schreibstoff, wie Stein etc., ausdrücklich angegeben ist, folgt mit Sicherheit, dass diese Stoffe nur ausnahmsweise gebraucht wurden. Wenn wir nun fragen, welcher Schreibstoff beim ספר in Anwen״ düng kam, so haben wir nur die Wahl zwischen Thierhaut und Papyrus. Das erstere war bei den Viehzucht treibenden Israeliten in reichlichem Masse vorhanden, das letztere mag am Hulesee, in der Ebene Gennesaret und anderswo in Menge gewachsen sein. Um nun zu entscheiden, welcher Stoff der gebräuchliche war, muss die allgemeine und die jüdische Geschichte herangezogen werden. Die Geschichte des Buchwesens im Orient spricht entschieden für die Annahme, dass im heiligen Lande allgemein Leder als Schreibstoff gebraucht wurde. ״Leder ist im Orient seit uralten Zeiten zum Schreiben gebraucht worden; so beruft sich Ktesias auf die (kcp&spx׳. der Perser (Diodor. II, 32) und ihre heiligen Schriften sollen auf 1200 Ochsenhäute geschrieben .sein. Natürlich theilten auch die Griechen diese Gewohnheit, und als der bequemere ägyptische Stoff (Papyrus) das Leder verdrängte, übertrugen die Jonier darauf den Namen Svpdepoc'., der ihnen einmal geläufig war, so wie er auch später auf das Pergament überging1״). Herodot V. 58 sagt ausdrücklich : Barbaren schreiben auf Leder2); sogar in Aegypten, der Heimat des Papyrus, schrieb man in der Urzeit auf Leder3). Nicolaus Damascenus, der allmächtige Minister des Herodes, berichtet von einer Gesandtschaft der Inder an Aux) Wattenbach, Das Schriftwesen im Mittelalter. 3. Aufl. Leipzig־ 1896. Seite 111. 2) Wattenbach a. O.; Birt, Das antike Buchwesen, Berlin 1882, p. 49. Birt erwähnt irrthümlich Membrane aus dem alten Testament, da die Membrane erst bei den Talmudlehrern vorkommt. 3) Birt 50 nach Ebers, Aegypten und die Bücher Moses p. 12; Dziatzko in Pauly-Wissowa’s Real-Encyclopädie 111941 «ach Pietschmann.