Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- 25. für das Schlujahr 1901-1902 (1902)
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 7 (sequence 15)
- Language
- German
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Einleitung. 7 der Schriftgelehrten zur Sprache, deren Verhandlungen in der Traditions-Litteratur, soweit sie erhalten ist, in kürzen Auszügen vorliegen. Es ist also natürlich, dass die Quellen nicht auf. alle Fragen, die unsere Neugierde aufzuwerfen geneigt ist, eine Antwort geben. Wo jedoch Ansätze zu Antworten vorhanden sind, habe ich mit Fragen nicht gespart,. mitunter auch mit Vermuthungen nicht zurückgehalten, damit die Probleme in Fluss gebracht werden und zu weiteren Untersuchungen anregen. Als historische Thatsachen habe ich aber meine Vermuthungen nirgends ausgegeben, sie vielmehr als solche gekennzeichnet und ihre Annahme oder Verwerfung der Einsicht des Lesers anheim gestellt. Uebrigens liess ich die Quellen selbst reden, indem ich sie, wo es nur möglich war, wörtlich anführte, so dass der Leser in der Lage ist, selbständig zu urtheilen. Ueber das allgemeine Schrift- und Buchwesen des Alterthums und des Mittelalters habe ich mich von Birt und Wattenbach belehren lassen. Ihren schönen Werken, die ich anzuführen oft Gelegenheit haben werde, habe ich viele Anregungen zu verdanken; als ein Zeichen des Dankes mögen die wenigen Bemerkungen, die zu einigen Punkten ihrer Schriften gemacht worden, angesehen werden. Manche interessante Analogie fand ich in den einschlägigen Artikeln Dziatzko’s in der von Wissowa neu herausgegebenen Pauly’- sehen Real-Encyclopädie der classischen Alterthumswissen- Schaft; der erweiterte Abdruck dieser Abhandlungen in einem besonderen Buche waren mir jedoch nicht zugänglich. Der Leser wird, wie ich glaube, den Eindruck bekommen, dass die Juden Palästina’s und* Babyloniens, in deren Mitte noch altnationales Leben pulsirte, auch in Bezug auf das Schriftwesen im Bannkreis der antiken Kultur standen. Vom klassischen Buchwesen fällt manches Schlaglicht auf das jüdische, ebenso vom jüdischen auf das klassische. Die Juden haben sich von der Kultur nicht abgeschlossen, ihre heilige Litteratur aber auch äusserlich in der althergebrachten Form erhalten. Dieser Konservatismus hat auch auf die innere Gestalt der Bücher, auf den Schrifttext, wohl*