Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- XXIV. für das Schlujahr 1900-1901 (1901)
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 5 (sequence 83)
- Language
- German
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5 Wurzeln und Beziehungen des Glaubens an die Seelenwan״ derung, als einer allgemeinen religionsgeschiehtlichen Erscheinung von Grund aus kennen. Der Verfasser kann diesen einleitenden Theil seiner Arbeit mit Leichtigkeit auf das gegenwärtige Niveau der Wissenschaft erheben, wenn er sich bezüglich der historischen und psychologischen Zusammenhänge der Frage aus dem vor nicht langer Zeit erschienenen Buche Soederblom’s ״La vie future. Etüde d’esehatologie comparee“ (Paris 1901) die nöthige Orientirung verschafft. In Folge dessen bezieht sich mein TJrtheil bloss auf jenen Theil der Preisarbeit, welche mit der jüdischen Literatur der Frage in engem Zusammenhänge steht. Der Verfasser kennt genau die im Judenthum vor dem Auftreten der Kabbala zerstreut auftretenden Erscheinungen des Glaubens an die Seelenwanderung. Er hat die Widerlegung Saadja’s gegen diese Lehren gehörig benützt and gezeigt, dass er auch jene Literatur kennt, welche sich mit den aus dieser Polemik folgenden Thatsachen beschäftigt. In diesem Theile hätten jedoch seine Ausführungan vollständiger sein können, wenn die auf S. 441 ff des Jahrganges 1895 der ״Monatsschrift f.Geseh.u,Wissensch.d.Judenthumsttabgedruekte Abhandlung seiner Aufmerksamkeit nicht entgangen wäre. Während der Verfasser über diese Vorläufer ohne seine Schuld nicht viel zu sagen hat, kann er mit grösserer Weitläufigkeit auf jenen reichhaltigen Stoff eingehen, den er auf Grund seiner rühmenswerthen Belesenheit aus der Literatur der Kabbala schöpfen konnte und mit grosser Aufmerksamkeit und mit V erständniss verarbeitet hat. Er hat aus den Hauptwerken dieser Literatur die Theorie und die Gesichtspunkte der Lehre von der Seelenwanderung, die gegen die Widerlegungen der Gegner hervorgehobenen vertheidigenden Gedanken — ich kann sagen — mit genügendem Erfolge construirt. Da dies für die grosse Orientirtheit des Verfassers in der kabbalistischen Literatur zeugt, wünschen wir, dass er die auf Seite 16 gegebene bibliographische TJebersicht durch eine systematischere und vollständigere ersetze. Schon aus Azulai’s Werk, auf das er sich stützt, kann