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Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest · 1896-01-01 · [19] für das Schlujahr 1895/96 (1896) · page 12

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Journal
Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
Volume
[19] für das Schlujahr 1895/96 (1896)
Date
1896-01-01
Page
– (sequence 12)
Language
German
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XII Die Bibelexegese Möses Mainiüni’s, nicht leugnen, dass seine Bibelexegese gerade durch die systematische Richtung seines Denkens in mancher. Beziehung auf den rechten Pfad geleitet wurde und zu Resultaten von dauernder Bedeutung gelangt ist. Seine Ausführungen über die bildliche und metaphorische Ausdrucksweise der Bibel haben die werthvollsten Gesichtspunkte zur Auffassung der biblischen Texte eröffnet; seine Darstellung der Prophetie, so sehr sie auch mit der Metaphysik seiner Zeit in engem Zusammenhänge steht und so künstlich und gezwungen das Schema seiner Stufen der Prophetie auch sein mag, enthält dennoch die bedeutsamsten Winke zum Verständnisse dieser fundamentalen Thatsache der Religionsgeschichte Israels. Und wenn auch Maimüni in der Erklärung der pentateuchischen Gebote und ihrer Gründe die polemische Beziehung auf das alte Heidenthum zu stark betont hat, so ist der Kern der Wahrheit in dieser Betrachtungsweise nicht zu verkennen; ferner können wir in Maimüni’s Ausführungen, die auch manche bedeutsame Einzelheit darbieten, den ersten Versuch erblicken, archäologische Kenntnisse in systematischer Weise für die Bibelexegese zu verwerthen. Von der Kritik der Bibel als Litteraturwerk stand Maimüni natürlich so fern als möglich. Selbst die schwachen Ansätze zu einer solchen, wie sie sporadisch bereits bis dahin innerhalb des Judenthums aufgetaucht waren, musste Maimüni, vermöge seiner Anschauung von dem Ursprünge und der Heiligkeit der Bibel, von sich weisen (Cap. I). Diese Anschauung brachte die im Judenthume seit jeher überlieferten Meinungen in eine feste Formel und schloss Fragen und Untersuchungen über Authentie und Integrität der biblischen Bücher und ihrer Theile von vorne herein aus. Es verdient aber bemerkt zu werden — und diese Bemerkung gilt nicht bloss für Maimüni —, dass dem Inhalte der Bibel gegenüber, wenn auch uneingestandenerweise eine sehr weitgehende Kritik in der Art der Bibelexegese selbst, wie sie hier sich kundgiebt, geübt wurde. Sowie Abulwalid in voller Ueberzeugung von der Unversehrtheit des massoretischen Textes, indem er ihn an den Regeln der Grammatik maass,

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