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Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest · 1895-01-01 · [18] für das Schlujahr 1845-95 (1895) · page 66

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Journal
Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
Volume
[18] für das Schlujahr 1845-95 (1895)
Date
1895-01-01
Page
– (sequence 66)
Language
German
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61 bewilligung verlangen zu wollen. In der That wäre dies beinahe erreicht werden, wenn nicht glücklicher Weise der Reis darin einen Verstoss gegen den Wortlaut des Hattischerif gefunden hätte. Conegliano war froh, dass so die Erlaubniss zur Zahlung der Kopfsteuer, an deren Erwirkung er so viel Mühe gewendet hatte, thatsächlich unterblieb. Man wäre damit nur erst recht in das Joch der türkischen Knechtschaft gerathen und hätte Freiheit und Vermögen noch mehr gefährdet, da man nur zu bald, nach acht Tagen bereits an den falschen Unterthanen und echten Venezianern sich zu vergreifen ungestraft das Recht sich herausgenommen hätte. Für diejenigen, die wregziehen wollten, war man bereit, einen Aufschub von fünfzehn bis zwanzig Tagen zu gewähren. Auch Gefangene, die noch in türkischer Haft waren, um derentwillen man besonders bange sein musste, würden freigegeben werden. Aber Conegliano hielt einen so kurzen Zeitraum für die Abwicklung aller Geschäfte seiner Lands- 1 eute für ungenügend und mit Rücksicht darauf, dass dann zu Gegenvorstellungen bei etwaigen Gewaltacten der türlüsehen Behörden keine Frist blieb, für bedenklich. Seiner Forderung eines Aufschubs von drei Monaten, die er durch den Reis, den Beilekgi und den Botschafter betrieb, wurde zwar nicht Folge gegeben, aber zwei Monate hatte man denn doch bewilligt. David Meynardi, dem die Aufgabe zugefallen war, den venezianischen Kaufleuten die Ausweisungsorclre anzukündigen, konnte hinzufügen, dass durch die Bemühungen des französischen Botschafters die Gnade eines Aufschubs von zwei Monaten erwirkt worden sei. Durch die französische Botschaft ergieng der traurige Befehl, dass die Venezianer und ihre Schiffe binnen zweier Monate zur Entfernung aus dem Lande sich bereit zu machen hatten, jetzt an alle Häfen der Türkei. Es war ein hässlicher Schein, den man da auf sich lud, der Türkei gleichsam Henkerdienste an den Venezianern zu leisten. Niemand wollte ein Actenstück der türkischen Regierung gesehen haben, überall hatte sich Frankreich zum Boten und Werkzeug des Schreckensraassregel gemacht. Man zweifelte fast an dem Vorhandensein des Hattisclierif und machte den allerchristlichsten König zum Urheber der bisher

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