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Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest · 1895-01-01 · [18] für das Schlujahr 1845-95 (1895) · page 51

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Journal
Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
Volume
[18] für das Schlujahr 1845-95 (1895)
Date
1895-01-01
Page
– (sequence 51)
Language
German
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46 allemal einen Einfuhrzoll von 3 Procent ohne weitere Abgabe zu bezahlen hatten, während die Handelsartikel anderer Völker in jedem türkischen Hafen, in den sie einliefen, besonders 5 Prozent und ausserdem noch für die Zollabfertigung einen Zuschlag von einem Zehntel des Zolles zu entrichten hatten. Jetzt war auf einmal der Director der Zölle Ali Aga im Sommer 1693 aus Adrianopel mit dem Aufträge zurückgekommen, die Venezianer solten fortan von ihren Waaren vier Procent an Zoll zu zahlen haben. Conegliano, der gleich sah, dass es sich um ein Missverständniss handelte, da er von dem Abkommen mit dem französischen Botschafter gehört hatte, wonach die seinen Schutz geniessenden Kaufleute von nun an auf 5 Prozent gesteigert werden sollten, und dass der Türke, der ein weiteres Prozent erpressen wollte, also eigentlich mehr als fünf fordern musste, willigte sofort ein. Als sich jedoch der darüber betroffene Ali Aga näher dahin erklärte, dass er ein Procent über den Tarif, d. h. über die mit dem Botschafter vereinbarten fünf Procente meinte und nunmehr Conegliano’s heftigen Widerspruch erfuhr, begann er mit Drohungen, wie dass er Wolle und Leder, die Hauptausfuhrsartikel der Levante, weil zu Kriegszwecken dienend, für Contrebande erklären oder gar den Venezianern den Schutz entziehen werde, um jedoch sodann mit der Forderung eines Geschenkes geWohntermassen zu scliliessen. Aber Conegliano war weder durch Drohungen einzuschüchtern, noch zu einem Douceur zu bewegen. Wusste er doch, dass er in beiden Fällen sich auf eine abschüssige Bahn begebe und dass es hier von vornherein den entschiedensten Widerstand entgegenzusetzen galt, sollten die Venezianer nicht die Beute stets von Neuem versuchter und gesteigerter Erpressungen von Seiten der türkischen Beamtenschaft werden. Allein diesmal war es kein Kampf gegen Ali Aga, sondern gegen den Botschafter selber, von dem, wie Conegliano immer mehr erkannte, der ganze Anschlag gegen die Venezianer ausgegangen war. Es sollten nicht länger die Anklagen wegen zu weit und zu bereitwillig ausgedehnten Schutzes gegen ihn erhoben werden, Franzosen und Schutzbefohlene sich darum nicht mehr der gleichen Vergünstigungen erfreuen. Es war daher inmitten

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