Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- [18] für das Schlujahr 1845-95 (1895)
- Date
- 1895-01-01
- Page
- – (sequence 49)
- Language
- German
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44 venezianische Colonie hatte sich auch trotz der Wirren des Krieges unter den! jetzt doppelt mächtigen und daher gern bezahlten Schutze der französischen Gesandtschaft sehr wohl befunden. Es fiel Niemand ein, die venezianischen Waaren unter Frankreichs Plagge es entgelten zu lassen, dass Yenedig Morea’s sich bemächtigt hatte und der geflügelte Löwe von S. Marco Negroponte bereits und Chios bedrohte. Herr von Castagneres gefiel sich ungestört in der Rolle, mit der einen Hand gegen die Republik zu arbeiten, mit der andern ihre Unterthanen in der Levante zu beschützen. Er durfte wirklich von sich sagen, dass er jetzt der Bailo der Venezianer sei, wie es nie einen bessern gegeben1). Zwischen Franzosen und Yenezianern waltete das beste, friedfertigste Einvernehmen. Wo ein Uebergriff der Türken gegen einen Schutzbefohlenen sich zeigte, da war rasch der rettende Einfluss des Botschafters zur Stelle. So hatte er die Yenezianer Passarin und Domenico di Luca, jenen aus der Haft im Arsenal, diesen aus Corsarenhand befreit, einen Ueberfall der Türken von Conegliano’s Hause abgewehrt und die Forderung der Kopfsteuer, des Charadsch, die man Vertragswidrig den venezianischen Unterthanen hatte׳ auferlegen wollen, glücklich zurückgewiesen. Noch zuletzt, als Heemskeerke in Adrian opel als Friedens Vermittler erschienen war, halte Castagneres an Conegliano geschrieben, es׳ habe ihn für die Anstrengungen der Reise wohlthuend entschädigt, der Republik einen Dienst haben leisten zu können, indem er dem Holländer, der einen Separatfrieden für den Kaiser zu schliessen gekommen war, mit Rücksicht auf Yenedig entgegengetreten sei. Es war gegen den Anfang des Jahres 1693, als der bis dahin wolkenlose Himmel auf einmal sich verdüsterte. War der französische Botschafter, den mail ohnehin schon des den Yenezianern allzuleicht und gewinnsüchtig gewährten Schutzes am Hofe von Paris bezichtigt hatte, wo er besonders Herrn von Croissy fürchten zu müssen glaubte, seiner Schützerrolle müde geworden oder war es wirklich der Fall Robuti2), was die Türken gegen Yenedig so sehr ג) S. Anhang Y, 18, 4. 2) Ib.