Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- [18] für das Schlujahr 1845-95 (1895)
- Date
- 1895-01-01
- Page
- – (sequence 31)
- Language
- German
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26 pflichtung, war er wieder wie in den ersten sieben Jahren seines Aufenthaltes in der Türkei stillschweigend und namenlos der Vertrauensmann der Republik, mit blindem Gehörsam und selbstvergessenem Eifer ihrem Dienste hingegeben. Allgemach hatte er seine ganze Familie in die Geschäfte des Staates hinein gezogen. Wie er seinen Bruder Salomo in der Heimath als Vermittler im Nachrichtendienste benutzte, so hatte er einen anderen Bruder Jeliuda, genannt Leo, aus Padua nach Constantinopel kommen lassen, um seiner Findigkeit und Zuverlässigkeit als eines Bundesgenossen sich zu bedienen. Der Nahrungssorgen durch seine ärztliche Thätigkeit überhoben, hatte er Reisen, Mühen, Kosten und Gefahren nicht gescheut, wo es das öffentliche Interesse, der Nutzen des Vaterlandes oder der Schutz seiner Landsleute zu heischen schien1). Dem Trauerspiele bis zu Ende anzuwohnen, hatte ihn jedoch ein bitteres und dennoch wohlwollendes Geschick verhindert. Der entsetzen volle Ausgang des Jahres 1687 sollte ihn nicht mehr in Constantinopel antreffen. Der vorzeitige Tod seiner jungen Gattin, die Sorge für zwei unmündige Knaben, deren Erziehung und Ausbildung er nur der Heimath anvertaut sehen mochte, die Unhaltbarkeit seiner in der durch das Unglück auf den Gipfel gestiegenen Verwilderung immer bedenklicheren und gefährlicheren Stellung zwangen ihn, seinen Wirkungskreis zu verlassen und nach Venedig sich zurückzubegeben2). Sein Bruder Leo, der weiter in Constantinopel verblieb, wrar genügend den leitenden Kreisen näher getreten, andererseits aber doch hinreichend wenig bekannt, um den nothwendigsten Nachrichtendienst nach. Venedig, unauffällig und zuverlässig, zu versehen3). Im Hause seines Bruders Salomo fand Israel Conegliano gastliche Aufnahme. Salomo war in den Jahren, da die Brüder sich nicht gesehen hatten, zum Range eines der gesuchtesten und angesehensten Aerzte der Hauptstadt emporstiegen, für den das die Juden demüthigende Verbot, ג) Nach seinem undatirteu, aber ins Jalir 1687 fallenden Gesuche im Anhang Y, 34. 2) Ib. 3) Ib.