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Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest · 1895-01-01 · [18] für das Schlujahr 1845-95 (1895) · page 15

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Journal
Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
Volume
[18] für das Schlujahr 1845-95 (1895)
Date
1895-01-01
Page
– (sequence 15)
Language
German
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10 geschlossen hatte, nach der Türkei; 1675 eröffnete er in Constantinopel seine ärztliche Wirksamkeit. Massloser Dünkel und ein aller Schranken spottendes Kraftgefühl herrschten an der Pforte, als der junge Conegliano die ersten orientirenden Schritte in der ihm noch unbekannten Welt versuchte. Als sollten demnächst die Nachbarländer in Paschalike der Türkei sich verwandeln, so sprang man mit Gesandten und diplomatischen Geschäftsträgem um. In einem Reiche, in dem das Würgen und Hängen zu den ständigen Regierungsmassregeln gehörte, war es gegen die Vertreter fremder Mächte Rücksicht genug, wenn man nur Prügelstrafe oder Gefangenhaltung in den Kerkern der sieben Thürme über sie verhängte. Auch der Tod des Grosswezirs Ahmed Köprili, der drei Tage, nachdem er mit Johann Sobiesky, diesem Vorboten des jüngsten Gerichtes für den Islam, den Frieden von Zurawna geschlossen hatte, am 30. Oktober 1676 nach kaum vollendetem 41. Lebensjahre gestorben war1), vermochte dem gedankenlosen Uebermuthe, der in dem öffentlichen Geiste eingerissen war, keinen Dämpfer aufzusetzen. Die Hofastrologen waren wieder einmal blind, sie sahen nicht, dass der Halbmond seit dem vorzeitigen Tode dieses bei aller Gewalttätigkeit staatserhaltenden Feuergeistes im Sinken war. Sultan Muhammed IV.,. der erste Jäger seines Reiches, für den seine Länder ein einziges Jagdgebiet waren, auf dem es für ihn nur Treiber und Gejagte gab, musste jetzt vollends in den entnervenden Sinnentaumel, aus dem der eiserne Wille der beiden Köprili ihn herauszureissen pflegte, zurückfällen. Er war der treuen Diener und Ermahner müde; nicht Mustafabeg, dem Bruder Ahmeds, sondern Kara Mustafa, der schon in dessen letzten Lebenstagen sein Stellvertreter, Kai'makam gewesen, wurde daher bereits am 7. November 1676 das Reichssiegel übergeben2). Ein erklärter Günstling des Sultans, obendrein sein Schwiegersohn, war in die hohe Pforte, das Serail der Grossswezire, eingezogen und mit ihm ein Geist der Hab- 1) J. W. Zinke i s e n, Geschichte des osmanischen Reiches V, 82, 279f., L. v. Rankes sämmtliclie Werke 35/33ß?5 ff 2) Hammer a. a. 0. III2, 693, Zink eisen a. a. 0. -80 ff.

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