Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- [11.] für das Schlujahr 1887-88 (1888)
- Date
- 1888-01-01
- Page
- – (sequence 235)
- Language
- German
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4 II. Ausarbeitung und Begründung des Planes eines für den Beligions-Unterricht an Mittelschulen bestimmten Handbuches, das zur Weckung des jüdisch-religiösen Gefühles in ungarischer Bearbeitung geeignete Specimina enthalte sowohl aus der heiligen Schrift und der traditionellen Literatur als auch aus der religiösen Literatur des Mittelalters und der Neuzeit.« Einreichungstermin für beide Arbeiten ist der 31. Januar 1889. Die Bibliothek der Anstalt hat sich auch in diesem Jahre durch Ankäufe s. Beilage C) und Schenkungen D) vermehrt. Wir sprechen an dieser Stelle den Spendern unsern herzlichsten Dank aus. In der Synagoge der Landes-Babbinerschule hat Prof. Moses Bloch an den beiden Sabbathen vor dem Versöhnungstage und dem Pesachfeste einen gottesdienstlichen Vortrag gehalten; ebendaselbst predigten die reiferen Hörer der obern Abtheilung an mehreren Sabbathen und Festtagen. Die am Ende des vorigen Schuljahres eingelaufene Preisarbeit, welcher der Preis aus der Baron Filipp Schey von Koromla’schen Stiftung zuerkannt wurde, hatte den Hörer der oberen Abtheilung Dr. Ignatz Ziegler zum Verfasser. Das Urtheil über seine Arbeit lautet: »Die unter dem Motto: השתדל בשדל המשתדל eingelaufene einzige Preisarbeit legt Zeugniss ab von fleissiger Durchforschung der grammatischen und biblisch-exegetischen Arbeiten Luzzatto’s. Verfasser hat sich bestrebt Luzzatto’s wissenschaftlichen Standpunkt und seine literarische Wirksamkeit klar zu legen und zu beurtheilen. Diese Klarlegung ist im Grossen und Ganzen als gelungen zu betrachten, insoferne als sie durch den Nachweis der Tendenz Luzzatto’s und seiner Grundprincipien, nicht minder durch die Zusammenstellung zahlreicher — wenn auch nicht immer glücklieh gewählter — Details uns Einblick verschafft in den Geist und Inhalt seiner Werke. Dem Werth des Urtheils, das der Verfasser fällt, thut es Abbruch, einerseits dass er Luzzatto’s Irrthümer und Schwächen in das beste Licht zu stellen sucht, andererseits dass er es unterlässt das Verhältniss Luzzatto’s zur älteren jüdischen Sprachwissenschaft und zurExegeses aufzuklären. Auch hätte Verfasser sein Verhältniss zu Eapoport eingehender würdigen sollen. Von Luzzatto’s grammatischen Arbeiten sind ihm entgangen sein