Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- [11.] für das Schlujahr 1887-88 (1888)
- Date
- 1888-01-01
- Page
- – (sequence 215)
- Language
- German
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212 Umgebung zu wirken. Sonntag am 1. September 1675 ereilte ihn der Tod. Er ward als zweiter auf dem von ihm angelegten Fried־ hofe begraben1). Seine unvergleichliche Gattin, die in ihrer frommen Demuth jedes Lob auf ihrem Grabsteine sich verbeten hatte, folgte ihm bereits am 17. April 1678 im Tode nach2). Treffliche Söhne pflegten den Nachruhm der unvergesslichen Eltern. Abraham Ries, das Oberhaupt der Exulanten, wirkte als Freund und Pfleger jüdischen Wissens, durch Wohlthun und fromme Werke ausgezeichnet, von der Gemeinde geachtet, bis zu seinem am 29. März 1687 erfolgten Tode3). Durch seinen Sohn Model ward die Familie Ries in Prag ausgebreitet 4); seine Schwiegersöhne waren der gefeierte Präses des Berliner Rabbinates, R. Mardochai Tockels aus Lissa, und der angesehene Vorsteher der Gemeinde, MeYr Rinteln 5). Nach dem Tode ihres Bruders Abraham, hatten Koppel und Hirschei Ries die Veit-Riessche Synagoge aufrechterhalten. Am 9. August 1692 wird ihnen durch Decret das Recht eingeräumt, von den Besuchern dieses Gotteshauses unbedingten Gehorsam für ihre Anordnungen zu verlangen6). Eine Tochter Hirscheis war an Löb, den Sohn der Schwägerin seines Bruders Elia, Glückeis aus Hamein, verkeiratket. Koppel Ries, der Schwiegersohn des Predigers Uri Liepmann aus Wien, der Schwager des Buchdruckers Aron von Sulzbach, stand beim Kurfürsten Friedrich III. in solcher Gunst, dass er ihm und seinem Sohne Tewle die Erbauung einer ג) Landshuth in הצפירה I, 32; L. Geiger II, 8. Die Kenntniss der in Berlin vorhandenen Gräber der österreichischen Exulanten nach der im Besitze der Gemeinde befindlichen durch L. Landshuth angelegten Epitaphiensammlung des alten Eriedhofs verdanke ich der gütigen Bereitwilligkeit des Herrn Ph. Wertheim. Dank der Freundschaft des Herrn Dr. Jacob Eg er s war es mir auch vergönnt, meine Ergebnisse durch die Aufzeichnungen im Nachlasse L Landshuth7s zu controliren. 2) Ihr Testament, ein Denkmal ihrer Weisheit und Frömmigkeit, einpfiehlt Glückei Hameln bei Pessels Kindern nachzusehen. Statt ביום ה# כה ניסן תל״ה ist;ביום א zu lesen, צ) Seine Tochter Fessel, die Namensträgerin seiner Mutter, starb 1729. *) Gal-Ed Nr. 135. 5) Landshuth in הצפירה I, 40. 6) L. Geiger II, 44.