Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- [11.] für das Schlujahr 1887-88 (1888)
- Date
- 1888-01-01
- Page
- – (sequence 173)
- Language
- German
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_7£׳1 _ sässig gemacht. In dieser neuen Eigenschaft erbaten sie sich am 4. September 1675 die Gnade, dass auch ihnen wie der Nikolsburger Judenschaft das Recht, die österreichischen Märkte zu besuchen, ausgewirkt.werde. Gern versprach der Fürst, den Vornehmeren von Fall zu Fall diese Erlaubniss zu verschaffen, die für Alle in Pausch und Bogen kaum durchzusetzen sei. Allgemach giengen auch die aufreibenden Bestrebungen, den Einlass in Wien zu erringen, zu Ende. Hirschei Meyer, der von Nikolsburg aus, wo er sich niedergelassen, unermüdlich dieses Werk betrieb und für sich am 20. März 1673 ein kaiserliches Patent erwirkt hatte, war gestorben 1). Der Compromiss zur Wiedereinlassung nach Wien, den Marx Schlesinger, Hirz Coma, Wolf Salomon, Hirschl Austerlitz, Salman Auspitz und Simon Hirschei Namens der Wiener Judenschaft am 13. März 1675 zu Nikolsburg Unterzeichneten2), führte nicht zum Ziele, die Vorsteher verblieben selber als fürstliche Untertkanen weiter in der Gemeinde; wer bisher gezögert hatte, eilte die Haussässigkeit zu erwerben. Durch Wohlstand und Gelehrsamkeit errangen sie allmählich Ansehen, Stellung und Aemter in der Gemeinde, mit der sie durch Verschwägerung noch enger verwuchsen. Als nach der Eroberung Belgrads 1688 die Juden flüchten mussten und die Gemeinde von Nikolsburg wieder einmal ihre Gastlichkeit und Hochherzigkeit zu bethätigen hatte 3), waren die Flüchtlinge von Wien bereits nahezu mit dem Kern der Gemeinde verschmolzen, wiewohl die Zahlung des Schutzgeldes erst nach dem Jahre 1700 aufhört. Vornehmlich waren es die Familien Austerlitz, Fischhof-Auerbach, Goldschmid, Pulitz, Spitz, die auch in der neuen Heimath ג) In der Nikolsburger Consignation von 1675 findet sich bereits die Bemerkung, dass Hirschei Meyers Wittwe nach Kremsier geheirathet habe. Der Inhalt seines Patentes ist nicht näher bezeichnet. 2) G. Wolf 62 f. 8) Schudt I, 118; Mose b. Michael Cohens עט סופר (Fürth 1694), dessen Sohn Jakob mit seiner Familie ein Jahr in Nikolsburg erhalten wurde (ib. Bogen 5 f. la). Der mit Mose Cohen — er nennt sich: ובן מא״ה שנה אנכי היום (= 46; vgl. 8. Sock in G-al-Ed 46 n. 129) — gleichaltrige Rabbiner von Belgrad, Josef Almosnino,׳ über dessen kühne Allegorese R. Ephraim Cohen zu einer Aeusserung veranlasst wurde שער אפרים RGA. 64—5 und 108 Ende, wurde 1689 als Flüchtling im Alter von 46 Jahren zu Nikolsburg begraben s. Asulai שם הגדולים ed. Benjacoi 1לט י a.