Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- [11.] für das Schlujahr 1887-88 (1888)
- Date
- 1888-01-01
- Page
- – (sequence 146)
- Language
- German
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143!Bauten verwendeten Auslagen niclit arg übertrieben haben, da die sehr niedrig angenommene Schätzungssumme sich immerhin auf 516,219 Gulden 26 Kreuzer belief. Dabei war z. B. die sog. neuerbaute oder neue Synagoge, welche mit einem Kostenaufwande von dreissigtausend Gulden von den Juden aufgerichtet worden war 1). mit dem Betrage 7142 fl. 30 kr. eingestellt. Wenn aber bereits die Schätzung den jüdischen Besitz unter die Hälfte des eingebildeten Werthes herabgesetzt hatte, so wurde er durch das Angebot der Stadt vollends geviertheilt. Diese hatte -sich herbeigelassen, für die :gesammte Judenstadt in Pausch und Bogen 100,000 Gulden Judenschulden zu zahlen, und nur wenn diese Summe zur Deckung derselben nicht ausreichen sollte, noch höchstens weitere 10,000 darüber zu leisten. Die Gemeindeschulden waren auf die Einzelnen Häuser in der Weise aufgetheilt worden, dass ein jedes mit seinem ‘Theile, dem sog. Contingente, dafür haftete. Wollten daher Privatgläubiger, die grundbücherliche Forderungen an ein Haus hatten, die Stadt nicht als Schuldner annehmen, sondern sich lieber an das Haus selber halten, so wurde es ihnen von der Commission zuge- •sprochen, sie mussten jedoch der Stadt als dem Eigenthümer, der die Gemeindeschulden abgezahlt oder abzuzahlen übernommen hatte, das Contingent, und wenn die Schätzungssumme die Forde- rungen überstieg, den Überrest, das sog. Ubermass zurlickerstatten. Thatsächlich mochte man aber mit der Stadt als Schuldner Nichts zu thun haben. Sie war mit einer Schuldenlast von mehr als 800,000 Gulden überbürdet 2) und hatte ihre Noth, die Zinsen und staatlichen Abgaben aufzubringen. Eine grössere Anzahl von Gläubigern, die in kleineren Beträgen eine Summe von 28,459 Gulden zu fordern hatten, erbaten sich denn auch von der Commission die Zuweisung der mit diesen Schuldsätzen belasteten fünfzehn Judenhäuser, für die sie die Contingente und Übermasse an die Stadt abführten. Die Juden waren so um ihre Häuser gekommen, resident »vber 200«. Die Schätzungliste bewahrt das Archiv der Stadt Wien 'S. s. 42/16T0. ב) Nach der Depesche v. G־ebsattel?s vom 17. Juli. 2) Nach den Depeschen von G-ebsattel’s vom 13. März und 10. Juli. In dieser letzteren heisst es : Ess wollen aber die Creditores ermelten Stattrath alss einen üblen Bezahler durch auss nit annehmen, Sondern noch lieber vmb einen leidentlichen Preiss die heuser sich lassen Einschäzen vndt in .Solution annehmen, als diesen Stattrath in die handt schauen«.