Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- [11.] für das Schlujahr 1887-88 (1888)
- Date
- 1888-01-01
- Page
- – (sequence 137)
- Language
- German
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134 es einem Menschen vergönnt wäre,, sich an die Stelle der Vorsehung zu setzen. Am 2. Mai verständigte er durch ein von Sasportas’ Meisterhand entworfenes Schreiben die Harrenden von den Schritten, die er zu ihren Gunsten unternommen und wie auch er vor Allem ein Fasten ausgeschrieben habe, wie es in jüdischen Gemeinden überall geschah, wohin die Trauerkunde drang. Als die Vorsteher von Altona zu ihm gekommen waren, seine Hülfe für die Unglücklichen von Wien anzurufen, war er längst in ihrem Interesse thätig gewesen. Gemeinsam mit ihnen berieth er jetzt nur die Fürstlichkeiten, an die er mit Aussicht auf Erfolg sich wenden konnte. Bei so Vielen auch der Glaubenshass ihm den Zugang wehrte, er wollte doch das Möglichste thun und Nichts unversucht lassen, was der guten Sache dienen konnte. Spanische Granden, an die er geschrieben hatte, verhiessen ihm, durch einen einflussreichen. Fürsten in Wien das Herz des Beichtvaters der Kaiserin zu rühren. Von dem Generalissimus Grafen Montecuculi, dem Präsidenten des■ Hofkriegsraths, versprach er sich werkthätige Unterstützung. Wenn diese erfolgt sein werde, solle die Gemeinde sofort Teixeira davon verständigen, der mit dem Ausdrucke seiner Dankbarkeit nicht säumen wollte. In Born rief er bei der Curie vor Allem den Schutz, des Kardinals Diecio Azzolino *) an, des Freundes, Vertrauten, Hausverwalters und nachmals Universalerben der Königin Christine. Wohl war damals in Born das Conclave versammelt, aus dem am 29. April Clemens X. als Papst hervorgieng, aber Teixeira fand einen Boten, der den Brief dem eingeschlossenen Cardinal unfehlbar zukommen zu lassen versicherte. Von seiner Königin Christine hatte er bereits durch ihren Kanzler die trostreiche Sicherheit, dass sie an den päpstlichen Nuntius in Wien geschrieben und ihm Briefe für die Kaiserin und die Kaiserinmutter Eleonore von Mantua zugeschickt habe, die ihrer Wirkung nicht verfehlen würden. Ein bereits fertiges Schreiben an die Frau Johann Georg II., des Kurfürsten von Sachsen, Magdalena Sibylla von Brandenburg-Baireuth,. die Teixeira’s Gastfreundschaft in seinem fürstlichen Hause zu Hamburg genossen hatte, war auf den Bath der Vorsteher von Altona nicht abgegangen, aber auf einen Wink aus Wien jeden Augenblick zur Absendung bereit. ג) Arckenlioltz a. a. O. II, 29 ff., 318 : v. RanJce a. a. O. HI8, 194*.