Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- [11.] für das Schlujahr 1887-88 (1888)
- Date
- 1888-01-01
- Page
- – (sequence 92)
- Language
- German
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89 Aber wie alle Kunst und Vorsicht des Werkmeisters seinen Bau nicht zu schützen vermag, wenn der Boden wankt, die Erde erbebt, so war hier aller Geist und alle Sittlichkeit des Führers mit allem redlichen Bemühen und allen frommen Werken im Innern vergeblich, als wieder einmal wie ein Elementarschaden der Sturm des Hasses entfesselt wrurde, um das Ghetto von Wien in seinen Grundfesten zu erschüttern. Eine Zeit der Sammlung und Erstarkung schien mit II. Gerson Asehkenasrs Einzuge in der Gemeinde angebrochen, die Verständigung, der Friede mit der Umgebung war im Wachsen, der Heilungsprozess im besten Gange, als am 12. Mai 1665 in einer abgelegenen Pfütze der Judenstadt, in der man die Pferde zu tränken pflegte, der Leichnam eines Weibes, mit einem 50 Pfund schweren Steine in einem Sacke versenkt, gefunden wurde 1). Kopf, Arme und Unterschenkel ivaren wie vom Messer eines Anatomen kunstgerecht abgelöst, was an sich schon den Verdacht von den Juden hätte ablenken sollen. Auch zeugte die Fundstelle für Jeden, der Augen im Kopfe hatte, dafür, dass die Leiche von aussen ins Ghetto gebracht sein müsse. Aber der augenlose Wahn hielt sich an die Juden, die Gespenster hatten Blut gewittert, jetzt waren sie wieder lebendig. Als der Kopf der Ermordeten vom Magistrate in einem Glaskästchen zur öffentlichen Besichtigung ausgestellt wurde, fand sich denn auch bald ein Weib, das sie erkannte und sogleich zu berichten wusste, sie habe sie vor 3 Wochen in die Judenstadt gehen sehen, aus der sie nimmer zurückgekehrt sei. Vergeblich leugnete der herbeigeholte Mann der Unglücklichen jede Mit- Wissenschaft an dem Morde, er wurde des Einverständnisses mit den Juden, denen er sein Weib verkauft Hätte, bezichtigt und zur Folter geschleppt. Das erwartete Geständniss liess sich der Mann nicht abpressen, da er aber Anderes zn bekennen hatte, wrie Diebstahl und Kirchenraub, so beeilte man sich, schon auf Grund dieser seiner Aussagen ihn zu erwürgen und zu verbrennen. Das Verbrechen war nicht aufzuhellen. Auch ein Ruf. durch den man 100 Du- דדאש והקצין הנדיב המפורסם הגביר המרומם כהד״ר קאפיל הלוי ז״ל ועם בנו הקצין ׳הנדיב על נדיבתו\קום בכל עת צדקה עושה תורה וגדולה במקום אהד. הרב המובהק כמוהד״ר ישראל הלוי. נר״ד אב״ד ור״מ דק״ק בדודא יע״א ועם שאי בעלי תריפין השמיע תורתו מיישא לסיפא ומסיפא לרישא. ג) Schneit IV. 1. 236 f., der keineswegs, wie G. Wolf 30 behauptet, die Mordaffaire der Jüdin Leonore mit dieser verwechselt,