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Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest · 1887-01-01 · 10. für das Schlujahr 1886-87 (1887) · page 32

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Journal
Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
Volume
10. für das Schlujahr 1886-87 (1887)
Date
1887-01-01
Page
– (sequence 32)
Language
German
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33 Alten ג) Gott, seinem Freunde, zu. Denn wahrlich, nicht minder als durch die Leiden, die es geduldet, hat es durch den Beitrag, den es zur Geistesgeschichte gesteuert, den Namen seines Gottes geheiligt und die Wunder eines Bündnisses bethätigt, das sich des Lichtes seiner Bekenner freut. Wenn alle Thaten des Geistes Achtung heischen, weil sie aus dem Besten sich aufbauen, was dem Menschen ward mitgegeben, was soll man da von einem Schriftthum rühmen, das unter Entbehrungen und Leiden zu Stande gekommen, das Bedrückte ihren Bedrückern, Gepeinigte ihren Peinigern spendeten, das keine Aussicht auf Lohn, sondern die Liebe zur Wahrheit, das nicht die Hoffnung auf Anerkennung, sondern der Drang nach Erkenntniss her vor getrieben! Wie in dem Spiegel eines Stromes all’ die TJfergelände sich malen, an denen seine blitzende Welle vorbeigeglitten, so zeigt unsere Geistesgeschichte die Spuren und Einflüsse all der Völker und Gedankenkreise, mit denen wir in Berührung gekommen. Wie wir das Wasser aller Ströme gefärbt haben mit unserem Blute, wie die Sterne aller Himmelsgegenden geleuch tet haben zu unseren Schmerzen, so haben wir in den Lauten aller Sprachen gedacht und gedichtet, an dem Gedankengute aller Völker uns erfreut und befruchtet. Erstaunt darf Israel ausrufen, wenn es die Schaar der Edlen überblickt, die in der Nacht seines Druckes dem Lichte des Geistes sich geweiht haben : מי ילד לי את אלה ואני שכולה וגלמודה (jes. 49, 21) »Wer hat. alle diese mir geboren, da ich verlassen und vereinsamt war«? Wie sollten sie uns nicht die Erkenntniss werth und theuer erscheinen lassen, da wir die grössten, die besten, die heiligsten Söhne unseres Volkes in ihnen verehren müssen! Sind nicht unsere Zierden, in deren Lichte die Völker gewandelt sind, dieselben, die als treue Fortsetzer und Stammhalter unseres Bundes unvergänglichen Nachruhm sich erworben haben? Ergiessen wir nicht unsere Seele in den Liedern und Gebeten der Herrlichen, die auch in fremden Zungen gedichtet haben, blicken wir nicht als auf die Meister unserer Lehre auf die Männer, die auch in der Wissenschaft der Völker als ewige^Sterne glänzen? כי הנה החשך יכפה ארץ וערפל לאמים ועליך מיה יי׳ וכבודו עליך יראה (Jes. 60. 2) »Siehe, Finsterniss deckte die Erde und düsteres Gewölk die Nationen, über dir aber erstrahlte der Ewige und seine Herrlichkeit ward über dir sichtbar«. Licht und Erkenntniss sollen das Wahr- Zeichen sein, dass Gott noch in unserer Mitte waltet! Wie sollten wir die Liebe zunl Wissen, die wir in Noth und Gefahren gehegt haben und hochgehalten, aufgeben und in Geistesnacht zurücksinken in einer Zeit, da das Vaterland uns aufgenommen hat als seine Kinder, da wir zu lohnen haben, wo wir einst nur spenden durften. Unseres Berufes, Licht zu verbreiten, gilt es mehr als je heute eingedenk zu sein, wo wir als vollbürtiges Glied eingetreten sind in die menschliche Gesellschaft, wo der Staat auf uns rechnet, wo wir als Brüder theilnehmen *) Erubin 21, b.

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