Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- 10. für das Schlujahr 1886-87 (1887)
- Date
- 1887-01-01
- Page
- – (sequence 22)
- Language
- German
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23 Feier desselben, die wärmsten Sympathien auszudrücken, die innigsten Wünsche darzubringen. Welch hohen Werth man in der grossen Schwestergemeinde dem heutigen Tage beimisst und wie sehr man im Schoosse derselben bemüht war, unsern Gefühlen den vollsten Ausdruck zu verleihen, dafür mag der Umstand sprechen, dass Wien nicht nur die Mitglieder seines Vorstandes, mich und meinen Collegen Herrn Emaiiuel Ha um gart en, sondern auch seine ehrwürdigen Seelsorger die Herren Doetoren J ellinek und Griidemann hierher delegirte. Hochgeehrter Herr Präsident! Vielleicht in keiner der Gemeinden unseres grossen Vaterlandes hat man den verschiedenen Phasen, die Ihr Institut von dem ersten Augenblicke des Vorsatzes es zu gründen und zu begründen, mit so grosser Aufmerksamkeit und mit so lebhaftem Mitgefühle begleitet, als gerade bei uns. Nirgends, ich kann es betheuern, sprachen sich die Wünsche, dass es auf eine gesunde Basis gestellt aufbliihen und gedeihen möge, so innig, so herzlich aus wie bei uns. Wir wussten aber auch die Gefahren zu ermessen, die es von so vielen Seiten bedrängten und mit Bangen gewahrten wir auch die Hindernisse, die sich dem grossen Friedens- und Culturwerke hemmend in den Weg legten. Sie sind aber überwunden! Dank dem Manne, dem hocherleuchteten Manne, der an der Spitze des gesammten ungarischen Unterrichtswesens steht! Dank dem unvergleichlichen Patriotismus Ihrer Landsleute, Dank endlich Ihrer eisernen Energie, Herr Präsident, die mannhaft und unerschrocken das begonnene Werk bewachte und leitete, die vor keinem Hemmnisse zurückschreckte, die den heute gefährdeten Bau morgen wieder fortsetzte, dank dem harmonischen Zusammenwirken aller dieser Factoren, ist der Gedanke lebendig geworden, Ihre Anstalt steht fertig und abgeschlossen vor unserm Auge. Dazu sprechen wir Ihnen nochmals im Namen WieiVs unsere Glückwünsche aus. Es ist ein eigenthümliclies Wesen in der Sympathie und in dem Mitgefühle, das von jeher die Geschicke unserer und Ihrer Gemeinde mit einander verbindet, und ich glaube nicht irre zu gehen, wenn ich die Ursache in dem grossen Strome sehe, der uns wie Ihnen angehört. Dieselben Fluten, die an unsern Mauern sich vorüber wälzen, kommen an Ihrer Stadt vorüber; aus dem Westen kommend setzt die Donau ihren Lauf nach dem Osten fort, bis sie endlich im Meere, in den Fluten des Oceans ihr letztes Heim findet. Das Wasser aber ist kein trennendes, es ist ein einigendes, versöhnendes, zusammenführendes Element. Lassen sie mich diesen Gedanken um ein Weniges verfolgen. Zu 1111s kommen die Wellen des grossen Stromes früher als zu Ihnen und so kommt es vielleicht, dass wir die Segnungen der Culturmission für unsere Stammgenossen um eine Zeitlänge früher empfangen und weiter fortpflanzen konnten als Sie; Das war der Vortheil unserer geographischen Lage. Ihnen aber und Ihren Brüdern ward die