Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- [1.] für das Schlujahr 1877-1878 (1878)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 23 (sequence 39)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3122061-3122062--0039-3122269- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Rashi 1× ep/1002670
OCR text
23 Lande vertriebene Yolk klagt allnächtlich der Herr: ״Wehe den Kindern, um deren Sünde willen ich mein Haus zerstört, meinen Tempel verbrannt und sie selbst unter die Völker der Erde verbannt habe!“ 144) In ähnlicher Allegorie nennt ßab das ״Gebet Gottes“ folgende Worte: ״Möge es mein Wille sein, dass mein Erbarmen meinen Zorn bezwinge, und dass ich mit meinen Söhnen nach der Eigenschaft des Erbarmens verfahre und für sie die Linie des strengen Rechtes verlasse!“ 145) Die künftige Erlösung ist nicht an einen bestimmten Zeitpunkt gebunden, sondern hängt von der Reue und den guten Thaten ® Israels ab. 146) Ein zweiter David wird der Erlöser sein, ein Mann, wie es Daniel in der Vorzeit war, wie Jehuda, der Patriarch in der Gegenwart. 147) Doch nicht eher erscheint er, als das römische Reich die ganze Erde unterjocht haben wird. 148) Die Lehre ist Israels von TJrbeginn an bestimmtes Erb- 144) Berach. Ba. 145) Berach. 7a. 146) Synh. 97b. 147) Synh. 98b. 148) Synh. 98b, Joma 10a. Damit hängt die Ansicht Rab’s zusammen (Joma 10a), dass auch das Persische Reich — sei es, dass noch ״ das parthische, oder die neuerstehende Monarchie der Sassaniden gemeint sei — in die Hände Rom’s fallen wird. Doch zeigt die Begründung, dass an die letztem zu denken ist; denn wie Rom den jerusalemischen Tempel zerstört habe, so zerstören die Perser die Synagogen. — Wie hart Rab den Druck der unter dem Ersten der Sassaniden besonders mächtigen Magier (Gebern) empfand, beweist seine Äusserung (Sabb. 11a): ״Lieber unter dem Römer, als unter dem Perser!“ Vgl. Grätz, G. d. J. IV3, 292 f. — Jes. 51,20 1 deutete er auf die schonungslose Ausplünderung Israels durch den herrschenden Volksstamm (Baba Kamma 117a) und ähnlich Prov. 28,8 auf König Sahabur, den er ironisch als הונן דלים bezeichnet, der den Juden genommenes Gut an Arme verschenkte, Baba mezia 70b und Raschi daselbst. Ferner lehrt Rab, im Gegensätze zu Sa־־ muel: ״Wer etwas von einem Magier erlernt, verdient den Tod.“ Sabb. 116b. — Wie sehr andererseits das römische Reich Rab imponirte, beweist sein Ausspruch: ״Wenn alle Meere Tinte, alles j Röhricht Schreibrohr, die Himmel Pergament, die Menschenkinder Schreiber wären, — diese Hyperbel rührt nach Aboth di R. Nathan c. 25. von Eliezer b. Hyrkanos her, nach Soffim 6, 8 von Jochanan * b. Zakkai, — so würden sie nicht hinreichen, um die Machtfülle der Regierung zu beschreiben (חללה <&ל לשות). Sabb. 11a.