Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- [1.] für das Schlujahr 1877-1878 (1878)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 2 (sequence 18)
- Language
- German
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2 Die Art, wie diese Aussprüche tradirt wurden, lässt keinen Zweifel an der Echtheit der Urheberschaft entstehen. Es ist bekannt, wie sorgfältig in den Schulen Palästina’s und Babyloniens die Sätze der einzelnen Lehrer auf ihre Urheber zurückgeführt wurden. Wo in Bezug auf die Autorschaft die Tradition eine schwankende war, wurde dies ausdrücklich bemerkt; oder es wurde, wenn der Name des Autors vergessen war, der Satz anonym angeführt. Und mit dem Autor selbst wird meist ein Jünger oder auch ein späterer Tradent als Gewährsmann, 01t eine ganze Reihe von Gewährsmännern mit angeführt. Auch die agadischen Ausspüche Rab’s sind zum überwiegenden Theile mit Anführung eines Gewährsmannes, zumeist eines unmittelbaren Hörers, oder mehrerer eingeleitet. Ob auch eine schriftliche Agada-Sammlung, im Lehrhause Rab’s angelegt, vorhanden war, ist mehr als zweifelhaft. Einmal lesen wir: 3) ״Jakob b. Acha fand geschrieben in dem Agada-Buche des Be Rab,“ woraus Rapoport schloss, Rab habe sich solcher damals nicht allgemein gebilligter 4) Collectaneen bedient. 5) Indessen ergiebt sich bei näherer Betrachtung dieser Nachricht, dass Be Rab hier Lehrhaus überhaupt, keineswegs die Schule des ersten Amoräers 6) bezeichnete, da Jakob b. Acha sein palästinensischer Mitjünger bei Jehuda I. war. 7) 3) Syniiedrin 57b ♦אשכח דהוה כתיב בספר אגדתא דבי רב 4) Doch las auch Rab’s Oheim, Chijja, im Bade in einem ספר תחלים אגדה , j- Kilajim 32b, wofür die Parallelstelle Genesis rabba e. 33 אגדת תהלים hat. Jedoch ist es möglich, dass in dieser Erzählung nicht vom Lesen, sondern vom Nachdenken gesprochen wird; was עיין in der Regel, z; B. Sukka 28b, 29a bedeutet. °) Erech Millin, 6b. Der Sohn Elija Wilna’s, Abraham, hatte auf Grund dieser Stelle das aus sehr später Zeit stammende Midraschwerk אגדת בראשית dem Rab zugeschrieben, weil die von Jakob b. Acha gefundene Deutung die Verse Gen. 9, 4—6 behandelt. S. Steinschneider, Catal. Bodl. Nr. 3727. Neuere Ausgaben jenes Werkes (Lemberg, 1850, 8°, 1866, 12°) setzen dann Rab als Autor auf’s Titelblatt! 6) Dieselbe heisst בי רב , z. b. Megiiia 14b אמרי בי רב משמיה דרב♦ Nach Synh. 17b gehen mit אמרי בי רב bezeichnete Sätze auf Hamnuna zurück. S. Tossefoth das. 7) S. Friedmann, Mecliilta, Einleitung, S. XXV. Jakob b. Acha wird Moed kat. 22b von Rabbi ״ein Grosser der Zeit“ genannt. Er