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Die Freistatt · 1914-06-30 · Heft 3 (30.6.1914) · p. 158

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Journal
Die Freistatt
Volume
2 (1914)
Issue
Heft 3 (30.6.1914)
Article
Der Wahlrechtsraub in Galizien
Date
1914-06-30
Page
158 (sequence 8)
Language
German
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158 Freie Tribüne für zionistische Fragen der jüdischen Arbeiter eingetreten — im Interesse des polnischen Proletariats. Das ist ein Zeichen der Zeit des Boykotts. Auch in Oalizien können sich die Dinge schneller, als man glaubt, wenden. Gewiß ist die Wahlreform für uns ein schmerzlicher Schlag. Aber nur einige Jahre energischster Gegenwarts^ arbeit — und zum Verzweifeln wird kein Anlaß sein. * Freie Tribüne für zionistische Fragen Eine Ankündigung Nicht nur werden buchtechnisch die nächsten Hefte wesentliche Verbesserungen und die „Freistatt" ein weitaus würdigeres Gewand aufweisen — wir führen damit auch eine bedeutungsvolle inncrredaktionelle Neuerung ein, die den Wünschen der freiheitlichen zionistischen Intellektuellen sehr weit entgegenkommt. Im Rahmen der „Freistatt",schaffen wir eine von Z i o n i s t e n geleitete freie :Tr Tb üne für zionistische Probleme. Manch einer würde die Dringlichkeit dieses Unternehmens damit begründen, daß ja in der Tat der Zionismus die bisher breiteste Organisation der nationaljüdischen Bewegung vorstellt, und dem sei'durch eine Hineinbeziehung zionistischer Probleme von einer alljüdischen Revue Rechnung zu tragen. Dies hieße aber nichts geringeres als der geistigen Leistung der „Freistatt" Unrecht tun; denn nur böswillige Entstellung oder beschränkte Einsicht kann es so darstellen — sie tun es ja auch allerorten oft genug —, als sei hier der zionistischen Publizistik bisher kein Raum gegeben worden. Die Gründe liegen anderswo und sind schon jetzt auF die Gefahr hin zu erörtern, daß damit einer Frage, die in der „freien Tribüne" unbedingt mit an erster Stelle behandelt werden soll, im Vorhinein eine bestimmte Antwort gegeben wird. Sie liegen in den Zuständen der zionistischen Presse. Hier hat eine kleine, in der Hauptsache nur zu den Geschäften dialektischer Agitation und bürokratischer Arbeit berufene Minderheit einen unheilvollen Einfluß gewonnen. Dem Geistigen abhold, zum mindesten aber den Problemen nur so lange Interesse abgewinnend, als diese sich für die groben Zwecke der Propaganda und den gemeinen Verstand nicht beunruhigend benutzen ließen, haben sie den Zionisten eines absoluten, weniger zweckdierierischen Ethos und des wertvolleren Intellekts beinahe)

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