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Die Freistatt · 1914-05-28 · Heft 2 (28.5.1914) · p. 100

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Journal
Die Freistatt
Volume
2 (1914)
Issue
Heft 2 (28.5.1914)
Article
Ökonomische Übersicht
Date
1914-05-28
Page
100 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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100 JBen Mordechai, Oekonomische Uebersicht in den 3 neurussischen Gouvernements 48 jüdische Dörfer mit *** 683 Seelen, 63 431 Dessjatinen umfassend. Zusammen in den 13 Gouvernements des Ansiedlungsrayons 296 jüdische Dörfer mit 63 342 Seelen, 99 696 Dessjatinen umfassend. Die überwiegende Mehrheit der jüdischen landwirtschaftlichen Siedlungen sind auf staatlichem Boden, den die jüdischen Kolonisten von der russischen Regierung erhielten, gegründet Von den fast 100 000 Dessjatinen Land, die sich im Besitze der jüdischen Kolonien befinden, sind* 78 792 Dessjatinen Staatsboden 17 838 Dessjatinen eigener Boden 3 066 Dessjatinen gepachteter Boden Die Kleinheit der gepachteten Bodenfläche hat ihren Grund in dem Gesetz von 1882, das den Juden, wie schon erwähnt, Kauf und Pacht von Boden außerhalb der Städte und Städtchen * verbietet. Doch kann nicht daran gezweifelt werden, daß das Ausmaß des gepachteten Bodens viel geringer, als es in Wirklichkeit ist, angegeben wurde, w!eil viele, die „ungesetzlich" Land gepachtet hatten, dieses Geheimnis zu verraten fürchteten. Außer den Siedlungen im Ansiedlungsrayon zählte die ICA in Polen noch 2509 jüdische Landwirte (12 545 Seelen), die 13 334 Dessjatinen besaßen. Trotz ihrer preiswerten Mühe gelang es der ICA aber weder alle jüdischen Landwirte, noch manche jüdische Siedlungen ausfindig zu machen, und viele von diesen sind noch bis heute „unentdeckt". So kennt der Schreiber dieser Zeilen z. B. einige Kolonie im Ssuwalker Gouvernement, sowie einige ganz kleine Sammelbuche nicht verzeichnet sind, ebenso ist ihm eine jüdische Kolonie im Suwalker Gouvernement, sowie einige ganz kleine Dörflein (die also sicherlich keine Handelspunkte sind) bekannt, wo die Juden an 80 Prozent der Bevölkerung bilden. Diese — und es sind doch nicht die einzigen — sind den Autoren der erwähnten Sammlungen unbekannt geblieben. Wir schätzen daher die Zahl der jüdischen Dörfer in Rußland auf ungefähr 350. Die jüdische Kolonisation fand im Westgebiet und in Neurußland, hauptsächlich im Cherssonejr Gouvernement, unter ungleichen Umständen statt. Vor allem begann die jüdische Kolonisation in Neurußland, wie bereits im ersten Teile des Artikel erwähnt, um vieles früher, zu Anfang des vergangenen Jahrhunderts, während die Gründung der jüdischen Dörfer im Wes s gebiet erst in die Zeit Nikolaus I. fällt Außerdem gab es im ***) Bloß in 2 Gouvernements des Ansiedlungsrayons (Poltawa und Tauris) fand die ICA keine jüdischen landwirtschaftlichen Siedlungen vor. * ibid.

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