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Die Freistatt · 1914-03-31 · Heft 12 (31.3.1914) · p. Seite 699

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Journal
Die Freistatt
Volume
1 (1913-1914)
Issue
Heft 12 (31.3.1914)
Article
Die Judenfrage in Österreich u. ihre Zukunft
Date
1914-03-31
Page
Seite 699 (sequence 1)
Language
German
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IRI
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698 Benzion Rubstein, Die Judenfrage in Oesterreich usw. Die Judenfrage in Österreich u. ihre Zukunft*' Von Benzion Rubstein Klassifiziert man die Bezirks- und Landesfremden nach den Herkunftsbezirken (der Heimatszuständigkeit), so ergibt sich folgendes: In Tirol kam die Einwanderung in die italienischen Teile aus italienischen Gebieten (d. h. Bezirken mit italienischer Sprache)* Die Binnenwanderung veranlaßte also keine nationalen Veränderungen im italienischen Teile Tirols. Dagegen bestand der Zuzug im deutschen Gebiet zu ungefähr 25 Prozent aus italienischen Elementen. Besonders stark war die Einwanderung in die Stadt Bozen, wo die Italiener 50 Prozent des ganzen Zuzugs ausmachen. Einigen deutschen Bezirken droht jetzt schon die Gefahr, ihren bisherigen nationalen Charakter zu verlieren. In Triest hat sich im letzten Jahrzehnt der Prozentsatz der Italienischsprechenden von 77,4 auf 62,3 verringert, wogegen sich die slowenische Bevölkerung fast verdoppelt hat (von 16,3 Prozent im Jahre 1900 auf 29,8 Prozent im Jahre 1910). Auch die Zahl der Deutschsprechenden nahm relativ zu. Man kann mit Sicherheit behaupten, daß Triest in nächster Zukunft seinen italienischen Charakter einbüßen wird Böhmen: Die Zuwanderung in tschechisches Gebiet kommt fast ausschließlich aus tschechischen Bezirken, so daß sie dort die tschechische Mojarität noch verstärkt. Die Zuwanderung nach Deutschböhmen besteht zur Hälfte aus tschechischen Elementen, schwächt so das deutsche Element in Deutschböhmen* Galizien: Schon seit langem ist eine Emigration der Polen aus Westgalizien ins ruthenische Ostgalizien bemerkbar. Infolgedessen steigt hier von Jahr zu Jahr der Prozentsatz der Römisch- Katholischen, also der wirklichen Polen, nicht der scheinbaren mosaischen Glaubens* Nach den letzten vier Volkszählungen war die Zahl der Römisch-Katholischen in Ostgalizien: 1880: 852629 oder 22,2 Proz, der Gesamtbevölkerung 1890 : 975 824 „ 22,7 „ 1900: 1 131330 „ 23,5 „ 1910: 1 350856 „ 25,3 „ Die Ansicht der amtlichen Statistik, Ostgalizien stehe vor der Polonisierung, ist ja übertrieben — (die amtliche Statistik *) Siehe S. 649.

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