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Die Freistatt · 1914-02-20 · Heft 11 (20.2.1914) · p. Seite 624

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Journal
Die Freistatt
Volume
1 (1913-1914)
Issue
Heft 11 (20.2.1914)
Article
Alljudentum und Zionismus
Date
1914-02-20
Page
Seite 624 (sequence 13)
Language
German
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IRI
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F. M. Kaufmann, Alljudentum und Zionismus 623 Einwohner in Juden 1900 Zuod. Abnahme 1910 In % Lemberg . 44 258 -f 13129 29,66 12 Kurialstädten. 101621 + 26 324 25,9 8 Städten . 33 412 + 4 986 14,93 44 Städtchen 108662 + 6595 6,06 allen Dorfen 330 848 — 10127 3,06 Einen Zuwachs über den natürlichen (18,2 Proz.) hinaus haben also nur die 13 große Städte zu verzeichnen, trotzdem auch sie ein bedeutendes Kontingent zur Emigration gestellt haben. Die übrigen Siedlungsbezirke aber bleiben nur wohl 97000 unter dem natürlichen Zuwachs. Erwägt man, daß die Emigration in diesem Jahrzehnt nur 85 000 Menschen fortführte, und daß an ihr auch die großen Städte stark beteiligt waren, so tritt die starke Binnenwanderung in Ostgalizien deutlich zutage. Da diese Arbeit nicht mit statistischem Material beschwerf werden kann, mag man über die Bevölkerungsbewegung der russischen Juden in Rubsteins Aufsätzen nachlesen. Es genügt hier festzustellen, daß im Ansiedlungsrayon die Städte mit absoluter jüdischer Majorität oder bedeutender Minorität in den letzten Jahrzehnten bedeutend zugenommen habcr Die jüdische Binnenwanderung konzentriert sich durchweg auf Punkte bestehender jüdischer Massensiedlung — das ist ihr typischer Zug. Es kommt also räumlich zu einer wesentlichen Verkleinerung des Siedlungsgebietes, zu einer ungeahnten Konzentration vorher aufgesplitterter, dem national-kulturellen Leben fast verlorener Judenmassen. Man bedenke, daß es sich bei diesen Binnenwanderungen in der Hauptsache um kleine, ökonomisch wie kulturell der andersnationalen Umgebung ausgelieferte Gemeinschaften handelt. Aehnliches ist von den neuen dichten Judensiedlungen zu sagen, die in Amerika, Südafrika, wie in allen bedeutenden europäischen Kulturzentren entstanden sind. Auch diese expansive Emigration ist eine Folge der geschilderten ökonomischen Umwälzungen. Sie hat neue, oft genug gewaltige Vorwerke ostjüdischen Nationallebens aufgerichtet, deren die Zukunft der jüdischen Entwicklung wesentlich mitbestimmende Bedeutung sich noch gar nicht absehen läßt Es wird sich vielleicht bei einer anderen Gelegenheit verfolgen lassen, wie tief die Ausstrahlungen dieser ökonomischgeographischen Aufwärtsbewegung das nationalsoziale und

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