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Die Freistatt · 1914-01-20 · Heft 10 (20.1.1914) · p. Seite 602

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Freistatt
Volume
1 (1913-1914)
Issue
Heft 10 (20.1.1914)
Article
Kicyr Masû:ojs Binjûmin Hashlishi
Date
1914-01-20
Page
Seite 602 (sequence 10)
Language
German
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Bücherbesprechungen 601 Gäßchen ohne Paß ertappt, einem andern die Ziege weggenommen, die ein neues Strohdach weggefressen hatte. Mit all dem war er auch die Ursache, daß sich das Komitee hinter dem Ofen statt mit den Türken mit der Frage beschäftigte, wie lange wird Ismaels Fürst noch herrschen? Man begann von den zehn Stämmen 20) zu sprechen, wie sie dort in jenen fernen Ländern so glücklich, in Macht, Reichtum und Ehre leben, — von den Roten Juden 21), den Söhnen Mosis erzählte außerordentliche Geschichten über ihre Heldentaten und dergleichen, und der Danite Eldod fehlte natürlich auch nicht. Jener Zeit zumeist verdanke ich meine Reise, die ich später unternahm, (Fortsetzung folgt). Bücherbesprechungen- Dr. Curt Nawratzkir „Die jüdische Kolonisation in Palästina, München 1913 bei Reinhardt Der Autor wollte die geschichtlichen und die wirtschaftlichem Grundlagen der palästinensischen Kolonisation darstellen und fand es hierzu „unerläßlich, das Hauptsächliche der sozialen Struktur und der damit zusammenhängenden Wanderungsbewegung der Juden im ersten Teil der Arbeit zu behandeln/ Als Zionist mußle er das wohl, gibt es doch für den Zionismus bisher keine andere Begründung als die berüchtigte These von der jüdischen Entartung in den sogenannten Golusländern, — Er beginnt also mit den russischen Juden. Denen hat ja bereits Ruppin keinen Stein auf dem andern gelassen, und der alte üble Vers von ihrer Auflösung ist seitdem schon ziemlich abgesungen, sodaß ich von Nawratzki kaum Varianten erwartet habe. Überrascht hat er mich aber doch — zwar nicht *mit neuen Entdeckungen, sondern durch die Keckheit, vor einem intelligenten Publikum — und für ein solches ist das Buch bestimmt — mit derart unerlaubt dürftigen Kenntnissen zu debütieren. Der erste Teil ist lediglich Kompilation aus Ruppins Buch „Die Juden der Gegenwart" (!!) und einigen Arbeiten der „Zeitschrift für Demographie etc.*. Wohin solche Unkenntnis aller wesentlichen Quellen führt, das verraten gleich die ersten Seiten Auf S. 10 z. erzählt N., ein polnischer Schriftsteller schätze die Zahl der Juden in Polen und Litauen für den Anfang des 19. Jahrhunderts auf 450000 Seelen Den Namen seines Gewährsmannes verschweigt er, trotzdem dieser zur Prüfung der Richtigkeit jener Angabe unerläßlich ist. Warum er ihn verschweigt? Er wird ihn wohl in den benutzten Aufsätzen nicht vorgefunden haben. — Trotzdem N's. Kenntnisse von den jüdischen Zuständen in Rußland weniger als ungenügend sind, redet er weitschweifig und in dem sichern Tone eines wirklich Sachverständigen nicht nur vom Gegenwärtigen, sondern auch von der Zukunft der russischen Juden. 20) Die zehn Stämme Israels, die nach Babyion geführt wurden und in der Geschichte verschollen, sind der Gegenstand vieler Sagen. 21) Siehe Note 7. 22) Sagenhafte jüdische Stamme.

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