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Die Freistatt · 1914-01-20 · Heft 10 (20.1.1914) · p. Seite 589

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Freistatt
Volume
1 (1913-1914)
Issue
Heft 10 (20.1.1914)
Article
Der Mittler
Date
1914-01-20
Page
Seite 589 (sequence 13)
Language
German
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588 S. Birnbaum, Die jiddische Orthographie hinschrieb. Nicht um eine Unschuld zu beweisen, die nicht gilt vor der Prüfung des Wahrhaftigen. Nicht um meinem Schicksal Zeugen herbeizurufen — rein und ohne Eitelkeit weiß ich in diesen Stunden mein Herz, Und nicht als ein Liebender, mich mitzuteilen — denn ich fühle, wie die Gestalt meiner Hände sich genügt. So steht kein Zweck mehr über dieser Geschichte? So führt mein Leben, so führt diese Tat und all das Irdische, das ich in mir wirklich machte, meine menschlichen Blicke nicht weiter als in den stillen Horizont der Erzählung? Ja ich weiß es: darum erfuhr ich tausendfaches Glück und Leiden, darum nahm ich in mich auf die Tat des Fremden, für die ich sterben werde, damit all das rein erstehe im Wort, ohne Grund noch Zweck, ohne Schuld noch Reue, ganz Wesen, ganz Schönheit Darum habe ich gelebt, daß ein Stückchen Erde sich löse, erlöse vom dunklen Boden und entschwebe und oben in den Himmeln bleibe, gestillt, einsam, funkelnd — ein neues Gestirn, Ah Sterne, die spärlich in meinem Fenster stehen, Euer Entsandter war ich hier, und zu Euch, bindend mit unirdischem Glänze, lenkte ich, was meine Blicke erfaßten. Nun vertraue ich der kargen Frucht meiner Tage, nun glaube ich dem ruhigen Leben der Gedichte und dieses letzten Berichts. O heller Trost, der auf meine Stirne sinkt, o Müdigkeit! Stimmen aus oberen Welten umgeben mich, und ich fühle es, ich werde entschlafen. Die jiddische Orthographie Von S. B. Eigentlich sollte der oben stehende Titel ergänzt werden; ,und ihre Wiedergabe und Transkription in der «Freistatt»*. Denn die nachfolgende kurze Übersicht soll die jiddische Orthographie nicht an und für sich behandeln, sondern sie stellt nur die Einleitung für die »Jiddische Dichtung* dar, die von jetzt ab in Originalbuchstaben gedruckt wird. Die Darstellung ist so gehalten, daß sie auch der Quadratschrift Unkundige benutzen können. Die Quadratschrift hat bekanntlich die Richtung von rechts nach links. Die in der jiddischen Orthographie verwendeten Zeichen und Zeichenverbindungen sind in alphabetischer Aufzahlung (der dem Gleichheitszeichen folgende Buchstabe ist die Transkription, die darauf folgenden Erklärungen betreffen die Aussprache); K — a. — p. s. I.1) ungefähr ausgesprochen wie a in ,fast'; s.-dialektisch fast offenes o. 1) p. poln,, s. südl , 1. Utiauische Aussprache,

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