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Die Freistatt · 1914-01-20 · Heft 10 (20.1.1914) · p. Seite 567

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Journal
Die Freistatt
Volume
1 (1913-1914)
Issue
Heft 10 (20.1.1914)
Article
Ökonomische Übersicht
Date
1914-01-20
Page
Seite 567 (sequence 5)
Language
German
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566 Mathias Acher, Noch einmal Ost- und Westjudentum ^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^_____HHl^^^^^^^^^^^^^^^^^_^^MB_^^^^^^^^B^p^||^^^^^HBlHfHI^^H<BBIH^Bi^^^^^^^^^^^^^BI^^^^^ Dann kamen die Männer und kräftigeren Frauen, Und es ist kein poetisches Bild, wenn ich sage, daß sie mit ihren Knochen den Weg besäten. Denn nicht selten war die Zahl der in Neurußland Eingetroffenen bedeutend kleiner als die der Aufgebrochenen. Viel, sehr viel jüdische Wanderer fanden auf dem Wege nach Neurußland ihr Grab. Das dauerte volle drei Jahre, bis die assignierten 300000 Rubel verausgabt waren und die Regierung am 9. März 1810 die Kolonisation ganz einzustellen beschloß.*) Im Laufe dieser drei Jahre waren im Chersoner Gouvernement 10 jüdische Kolonien gegründet worden (einige mit hebräisch-aramäischen Namen: Nehartow, Jefej-nehar, Sejdemenyche und Jäzojr, letztere offiziell Izrailewka), in welchen sich Ende 1810 639 Familien mit 4041 Seelen befanden. (Aus dem jiddischen Manuskript übersetzt.) (Schluß folgt.) Noch einmal Ost- und Westjudentum Von Mathias Acher (Fortsetzung **) Nun aber, nachdem wir Ostjudenheit als festgefügtes jüdisches Lebens- und Kultursystem und Westjudenheit als jüdische Gemeinschaft ohne eigenes jüdisches Lebensgesetz einander gegenüberstellten — müssen wir uns erst mit einer jüdischen Bevölkerungsschicht bekannt machen, von der man nicht so ohne weiteres sagen kann, ob sie ost- oder westjüdisch ist Die rationalistische Aufklärung und im Zusammenhang mit ihr die Emanzipation — die ja auch in den Ländern des slavischen Ostens zu gewissen größeren oder geringeren Er* gebnissen führte — haben nämlich den Anstoß dazu gegeben,, daß sich eine große Anzahl ostjüdischer junger Leute nicht den *) Dieses Gesetz verbot denen, die sich aus eigenen Mitteln kolonisieren konnten, nicht ausdrücklich die Niederlassung in Neurußland, aber sehr lange Zeit wurde dieses Gesetz so ausgelegt, daß die Regierung überhaupt nichts von jüdischer Kolonisation wissen wollte, sogar auf Kosten der Kolonistea selbst, und man ließ daher selbst reiche Juden sich nicht ansiedeln, **) Siehe August- und Oktoberheft 1913.

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