Die Freistatt
- Journal
- Die Freistatt
- Volume
- 1 (1913-1914)
- Issue
- Heft 10 (20.1.1914)
- Article
- Die jüdische Kolonisation in Palästina II
- Date
- 1914-01-20
- Page
- Seite 563 (sequence 9)
- Language
- German
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562 Ben Mordechai, Ökonomische Übersicht Ergebnis. In Lod und Hulda wurde der Herzlwald angepflanzt, auf den immer wieder Geld zugelegt worden ist Ob die Anlage rentabel ist, das wird sich erst nach vielen Jahren herausstellen, wenn die Bäume etwas tragen* In Kineres hatten sie ein Defizit von 35 000 Frs., Merchawja war in den ersten Anfängen, Daganja brachte dem von der P. L. D. C. hineingesteckten Kapital x/2 Prozent, im ganzen 1528 Frs. Ökonomische Übersicht Die jüdischen Dörfer in Rußland. Von Ben Mordechai Es gibt in Rußland Hunderte von jüdischen Dörfern. Auch außerhalb der Dörfer beschäftigen sich zehntausende Juden mit Landwirtschaft und mit ihren Nebenzweigen (Tabakpflanzung, Gärtnerei, Weinkultur und dergleichen). Das ist eine Tatsache, welche außer einer kleinen Gruppe von Spezialisten, die dem Leben dieser jüdischen Erdarbeitermassen nahestehen, fast vollständig unbekannt ist. Das breitere jüdische Publikum — im besonderen auch die westeuropäische Judenheit — weiß von ihrem Leben weniger als vom Leben wilder afrikanischer und australischer Stämme. Die Leiden und Freuden der jüdischen Bauern fanden bis heute in der jüdischen Literatur, ja nicht einmal in der jüdischen Tagespresse ein Echo, Das geht so weit, daß selbst die sogenannten Kenner der jüdischen Wirtschaft, die uns mit vielen Untersuchungen über sie beschenkten, kein Wörtchen von dieser Tatsache im Leben der russischen Judenheit zu sagen wissen. Sombart, der berühmte und sonst ganz originelle Erforscher der jüdischen Wirtschaft und Wirtschaftsgeschichte, behauptet (siehe „Die Zukunft der Juden", Berlin 1912), daß sich auf der ganzen Erde nicht mehr als ungefähr 10—11000 jüdischer Ackerbauer befänden. Die Zionisten wieder verschweigen absichtlich die Tatsache, weil sie eben nicht mit ihrer allgemeinen Theorie über die soziale und ökonomische Entartung in den „Golusländern" harmonieren will. Daher erfülle ich das Versprechen im vorigen Artikel sehr gerne, die Leser der „Freistatt", soweit es der Rahmen unserer Uebersichten erlaubt, mit dem Leben und Schaffen der jüdischen