Die Freistatt
- Journal
- Die Freistatt
- Volume
- 1 (1913-1914)
- Issue
- Heft 10 (20.1.1914)
- Article
- Die jüdische Kolonisation in Palästina II
- Date
- 1914-01-20
- Page
- Seite 556 (sequence 2)
- Language
- German
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I, Lewin, Die jüdische Kolonisation in Palästina II 555 Francs, ein Kapital, von dessen Zinsen immerhin zwei Familien dort leben können,*) Daß außer den geschilderten objektiven Bedingungen auch andere Ursachen dahin wirkten, die Siedlung auf dem jetzigen Stand zu halten, ist noch deutlicher zu ersehen, wenn man die ausgeworfenen Kapitalien mit dem augenblicklichen Gesamtwert der jüdischen Kolonien vergleicht, so gut der sich berechnen läßt Man erhält dann folgende Zahlen: Dun am Francs Francs 1) Orangen 7230 v a 1000 7 230 000 2) Mandeln 16140 N a 175 2 824 500 3) Oliven 6490 \ a 175 1 135750 4) Weingärten 14370 V a 175 2 514 750 5) Andere Obstbäume 2920 V a 200 584000 6) Eukalyptus 3600 k a 150 540 000 7) Baustellen 17 000 V a 120 2040000 8) Saatboden 157300 V a 50 7 865 000 9) Brachfeld, Steinbrüche usw. 165 000 V a 30 4 950 000 10) Höfe, Häuser usw. 1500 V a 6000 9 000000 n) Brunnen, Wasserleitungen, Zisternen — 1 000 000 12) Inventar: Tausend Wirtschaften ä 6000 Frs. 6 000 000 13) Weinkeller 3 500 000 14) Wegeanlagen usw. r= 1 000 000 Insgesamt Francs 50 184 000 Das sind Maximalzahlen, Denn 1. ist unter 1—6 der Maximalpreis für bereits tragende Flächen angegeben, obwohl unter den aufgeführten Landstrecken eine Anzahl fungieren, die 1912 noch gar nichts trugen. 2. ist der Durchschnittspreis für ein Haus mit Stallung nur 4—5000 Frs., der für Inventar 4500 bis 5000 Frs. Trägt man dem Rechnung und reduziert auf mindestens ein Sechstel, dann bleiben 42000000 Frs., etwa die Hälfte der Summe, die in die Kolonisation bisher hineingesteckt *) Diese Rentenberechnung hat mehr als rein theoretischen Charakter. Man bedenke, daß die palästinensische Siedlung sich noch immer nicht durch eigene Kraft halten kann, daß jede Kolonistenfamilie nur für sich zählt und nicht als Trägerin eines Bauerngeschlechts, daß andererseits auch bei einer Bevölkerung von Rentiers, Handwerker, Arbeiter, Händler etc. ihr Auskommen finden. Dann ist für die, welche in Palästina Juden ansiedlen wollen, die Frage, ob es nicht lohnender ist, statt eines Kolonisten 3 Rentenbezieher ins Land zu bringen, aktuell genug. Zumal die palästinensischen Kolonien, die doch fast alle durch Philanthropie geschaffen wurden, nicht als Beweis dienen können, es sei eine natürliche, nicht philanthropische jüdische Kolonisation möglich.