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Die Freistatt · 1914-01-20 · Heft 10 (20.1.1914) · p. Seite 555

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Freistatt
Volume
1 (1913-1914)
Issue
Heft 10 (20.1.1914)
Article
Westjüdische Erneuerung
Date
1914-01-20
Page
Seite 555 (sequence 10)
Language
German
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554 L Lewin, Die jüdische Kolonisation in Palästina II Entscheidungen gewählt und angepriesen werden, die gar keine sind und nur der Schwere des Problems aus dem Wege führen; stärken und stützen das lebendige Volk in seinen Kämpfen. Die jüdische Kolonisation in Palästina II Von I. Lewin Die objektiven Bedingungen, die es in Palästina nicht zu einer gesunden und entwicklungsfähigen Judensiedlung kommen lassen, sind bereits ausführlich geschildert worden. Sie allein konnten aber unmöglich das traurige Resultat verschulden. Man bedenke, welch ungeheure Summen dort verausgabt wurden, und daß doch mit Geld sich heute harter Fels in blühendes Gartenland verwandeln läßt Wenn es schon mißglückte, ein entwicklungsfähiges Kolonisationszentrum zu schaffen, das aus eigener Kraft, ohne beständige Unterstützungen weiter wachsen könnte, so war es doch möglich, mittels der riesigen Kapitalien, mit denen in Palästina kolonisiert worden ist, wenigstens eine bedeutende Zahl wohlgeordneter Einzelwirtschaften einzurichten, die vor dem Morgen nicht zu bangen brauchen. Genaue Kenner der palästinensischen Kolonisation geben die Summe der Kapitalien, die Baron Rothschild auf Palästinaarbeit verwandte, auf 70—75 Millionen Frs. an. Rechnet man das, was von der Ica, den Chowewe-Zion, anderen Organisationen und Privatleuten verausgabt wurde, hinzu, so hat die dortige Kolonisation bisher 80—85 Millionen Frs. verschlungen. Verteilt man diese Summe auf die 1000 jüdischen Kolonisten in Palästina (genau sind es 980, ohne die fast 400, welche nur Erdbesitz haben, aber im Ausland wohnen und noch immer jährlich Geld zulegen), so entfallen auf jede Kolonistenfamilie ca. 85 000 Frs., eine Summe, von deren Zinsen in Palästina drei Familien leben könnten, und sicher nicht ärmlicher als die jetzigen Kolonisten. Verteilt man die Summe nicht auf die Kolonisten, sondern auf die gesamte Bevölkerung der Kolonien (Handwerker, Händler, Arbeiter, Lehrer usw. einbegriffen), so entfällt auf jeden dieser 7500 Menschen etwas mehr als 11000 Francs, und auf die Familie, angesetzt auf fünf Personen, 55 000

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