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Die Freistatt · 1913-11-15 · Heft 8 (15.11.1913) · p. Seite 449

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Journal
Die Freistatt
Volume
1 (1913-1914)
Issue
Heft 8 (15.11.1913)
Article
Wer ist angeklagt?
Date
1913-11-15
Page
Seite 449 (sequence 4)
Language
German
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448 ben Mordechai, Der Anteil der Juden usw zweckmäßigen, unsererer singulären Lage entsprechenden Politik haben den politischen Instinkt unserer Intelligenz für lange noch steril gemacht Das ganze Gerede der letzten 20 Jahre über Politik und Gewinnung eines festen Stützpunktes u, s. f. hat das Problem unserer Politisierung auf totes Gleise geschoben. Und die Menschen sind noch blinder geworden. Ob jetzt die Aufwallung über unsere neueste Niederlage irgend einen erleuchten wird, den Ausweg zu suchen aus dem Dilemma unserer Stadienwirtschaft? Ob iieute endlich der Keim aufgeht zu einem Gebilde, das uns einmal politische Vertretung sein wird? F. M. k. Ökonomische Übersicht Der Anteil der Juden an der Textilindustrie im Ansiedlungsrayon Von ben Mordechai Von den drei Hauptgebieten der modernen Industrie, Bergbau, Metall- und Textilindustrie, spielt bloß letztere im Wirtschaftsleben der Juden Rußlands eine bedeutende Rolle. Sie entstand zu Beginn des 19, Jahrhunderts, entwickelte sich aber in der ersten Jahrhunderthälfte nur sehr langsam. Erst in der Mitte des Jahrhunderts setzte, hervorgerufen durch Ursachen, die wir hier nicht behandeln können, eine starke Entwicklung ein. Die ersten Pioniere dieser Industrie waren Deutsche, und die Juden, die den russischen Markt gut kannten, waren nur die Vermittler zwischen Produzenten und Verbrauchern. Der große Erfolg der deutschen Unternehmer lockte selbstverständlich auch das jüdische Kapital. Es traten in Polen eine ganze Reihe jüdischer Unternehmer auf, aus denen dann die Könige der westrussischen Textilindustrie wurden. Die Arbeiter aber, sowohl bei christlichen als auch bei jüdischen Unternehmern, waren Christen. Die qualifizierten Arbeiter rekrutierten sich aus den deutschen Webern, die in Polen und in benachbarte Teile Litauens (Gouv. Grodno) eingewandert waren, während die unqualifizierten Arbeiter russische Bauern waren, besonders nach der Abschaffung der Leibeigenschaft. Aber auch die jüdischen Massen hielten sich nicht lange ferne. Der gute Verdienst der qualifizierten Arbeiter erweckte ihre Lust, sich an dieser Industrie zu beteiligen. Wir besitzen leider keine genaue Untersuchung über die Geschichte des Eindringens der jüdischen Arbeit in die Textilindustrie Westrußlands. Es geschah ungefähr folgendermaßen:

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