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Die Freistatt · 1913-10-08 · Heft 6-7 (8.10.1913) · p. Seite 407

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Journal
Die Freistatt
Volume
1 (1913-1914)
Issue
Heft 6-7 (8.10.1913)
Article
Spaniolischer Aufstieg?
Date
1913-10-08
Page
Seite 407 (sequence 3)
Language
German
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406 Vom jüdischen Leben und Schaffen. ähnlich starke Gegenkräfte wachrufen werden wie im Osten, denn aus den Referaten der Konferenz ließ sich fast nichts entnehmen über die Intensität sfardischen Massenlebens und sehr wenig über die Kräfte, die hier Zukunft gestalten. Aber die Tatsache, daß selbst in dieser ersten stark zionistisch infizierten Konferenz sfardischer Intelligenzler schon Menschen waren, die ohne die Scheuklappen zionistischer Totengräber dem Leben ihres Stammes nachspüren und dessen Probleme sehen, läßt vermuten, daß auch hier, ähnlich wie bei den Ostjuden, die großen Massen längst neue Wege sich gebahnt haben, während die Intelligenz greint und experimentiert. Vielleicht wird jetzt endlich diesen Massen eine treue, ergebene Intelligenz erstehen, vielleicht wird ihnen aus dieser ersten Konferenz nicht ein überflüssiger Verein sfardischer Zionisten, sondern die Organisation der spaniolischen Juden hervorgehen, die um die gefährdeten Positionen die Dämme aufführt, hinter welchen ein starkes spaniolisches Leben aufblühen will, M. b. N. Aus Amerika. Für die Propheten, die — da sie die heutige Rolle der jiddischen Sprache in Amerika nicht gut aus der Welt schwatzen können — wenigstens ihren baldigen Untergang mit schöner Gewißheit, als wären sie Sprachrohre der Naturgesetze, verkünden, und auch für die, welche mit aufrichtigem Bedauern pessimistisch von der Zukunft der jiddischen Sprache in Amerika denken — seien hier einige Worte übersetzt, die sich in der „Kindenecke" des New-Yorker zionistischen jiddischen /Tageblatts' vom 13. August 1913 finden. Ch. Liebermann schreibt dort unter dem Titel: „Das jüdische Kind und die jüdische Sprache": „Vor einiger Zeit sind in der „Kinderecke" dieser Zeitung* zwei Briefe gedruckt worden, die Beachtung verdienen. Der eine kam von einem Kinderverein in Newark und erzahlt, daß der Verein beschlossen habe, seine Mitglieder, außer zur Erlernung des Hebräischen zu veranlassen, nur Jiddisch zu sprechen. — Der zweite Brief ist noch wichtiger. Er ist aus New-York und berichtet von einem Kinderverein, der das Jiddischsprechen nicht beschlossen, sondern schon lange mit großem Erfolge durchgeführt hat. Kinder, die kein Jiddisch kannten oder es zu drei Vierteln mit Englisch mischten, sprechen jetet ein sehr schönes Jiddisch, ohne ein einziges englisches Wort hineinzumischen, weil sie überall nur Jiddisch sprechen: bei ihren Versammlungen, in der Schule, auf der Straße und daheim. Nun, man braucht alle diese Kinder nicht näher zu kennen, um zu behaupten, daß es kluge, verständige und treue Söhne und Töchter des jüdischen Volkes sind. Ihre schöne Tat spricht für sie, ihr Verdienst geht vor ihnen her und verbreitet ihr Lob, — Es gibt für jüdische Kinder, die aus vollem Herzen treue Kinder ihres Volkes bleiben wollen, keine bessere Arbeit, als die jiddische Sprache zu pflegen. Ein Kind, das Jiddisch vergißt, trennt sich vom jüdischen Volk, und ein Kind, das Jiddisch lernt, verbindet sich mit dem jüdischen Volk. Die jüdische Nation ist über die ganze Erde zerstreut. Unsere armen Brüder und Schwestern sind in alle Länder unter der Sonne verstreut, wohnen zwischen verschiedenen Völkern mit verschiedenen Spra-

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