Die Freistatt
- Journal
- Die Freistatt
- Volume
- 1 (1913-1914)
- Issue
- Heft 5 (22.8.1913)
- Article
- Ch. N. Bijalik. Poez[i]e͏̈ (Lider yn poeme͏̈n). Farlag "Progres". Warshe͏̈ 673 [Rezension]
- Date
- 1913-08-22
- Page
- Seite 336 (sequence 4)
- Language
- German
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Vom jüdischen Leben und Schaffen 335 erreicht. Ich glaube es nicht Mir wollen „Die Stadt des Mordens" und „Das letzte Wort" in jiddischer Sprache als seine stärksten Werke und vielleicht als die stärksten der neuen jiddischen und hebräischen Literatur erscheinen. Und der Grund hierfür wird am Ende in dem Unterschiede des Gesprochenwerdens der jiddischen und der bloß literarischen Verwendung der hebräischen Sprache liegen. Deshalb kann er mit der erstem wohl doch am tiefsten in sein Gefühl eindringen, und das, was er dort findet, gestalten. Diese Bedeutung haben für mich die ersten Worte des Buches. „Wilt zech mir wejnen geshmaker fyn haren . . (Tiefer aus dem Herzen hervor möchte ich wemen.) Shaban. Vom jüdischen Leben und Schaffen, Ein Vorschlag. Es hat sich herausgestellt, daß die bisherige agitatorische Tätigkeit der zionistischen Parteisekretäre doch nicht zur völligen Zufriedenheit der Leitung ausgefallen ist, und daß der Erfolg den Erwartungen bei weitem nicht entsprach. Zur Abhülfe mache ich den folgenden Vorschlag: Unsere sämtlichen Sekretäre, Parteisekretäre, Wander- und Dauerredner, alte die, welche in Vorträgen uns das Land Palästina mit glühender Phantasie in den leuchtendsten Farben vor Augen zaubern, sollen sich verpflichten, in einer neu zu gründenden Oppenheimerschen Siedlnrgsgenossenschaft fünf Jahre lang zu arbeiten, so daß ihnen nach Ablauf dieser verhältnismäßig kurzen Zeit nicht mehr der Vorwurf gemacht werden kann, sie redeten nur den anderen ein, dorthin zu gehen, während sie selbst in dem von ihnen so verachteten Galuth es sich gut sein lassen. Eine besonders gute Wirkung verspreche ich mir davon, daß unsere Agitatoren dann später statt muskulöser Bäuche muskulöse Arme den begeisterten Zuschauern werden zeigen können. Jus. Noch ein Vorschlag. Es ist eine leider nicht zu verbergende Tatsache, daß unsere finanzielle Lage von Jahr zu Jahr prekärer wird. Trotz dem Organisationsgenie unserer Leitung, trotz der Arbeit unserer Sekretäre, ja trotz Herrn Sokolows Amerikafahrt bleibt die Zahl der Schekelentrichter, die Zionisten genannt zu werden pflegen, die gleiche, wachsen unsere Geldmittel nicht. Schließlich kann man nicht immer wieder neue Fonds gründen» noch können die Eintrittsgelder zur Generalversammlung nebst anschließenden Festivitäten das nächste Mal weiter erhöht werden. Huldigungsadressen ziehen auch nicht immer. Wie wäre es mit einer neuen, einer Ordensgründung? Natürlich, gemäß dem plutokratischen System der Partei, ein Orden mit verschiedenen Klassen, Bändern, kleinen und großen Sternen usw.