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Die Freistatt · 1913-08-22 · Heft 5 (22.8.1913) · p. Seite 282

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Freistatt
Volume
1 (1913-1914)
Issue
Heft 5 (22.8.1913)
Article
Die hebräische Universität
Date
1913-08-22
Page
Seite 282 (sequence 5)
Language
German
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F. A. Meyer, Zionistische Notwendigkeiten 281 keinen Finger, Er hat doch einst jene Unterscheidung erfunden zwischen der Judenfrage, d. i. die jüdische Magenfrage, die in Amerika gelöst werden soll, und der Judentumsfrage, d. L das Problem des jüdischen Geistes, das nur in Palästina gelöst werden könne. In diesem Lande soll nach ihm nur das Kulturzentrum der Judenheit geschaffen werden; ein großer Kulturwasserkopf, der einem dürren, strohenen Körper aufgeputzt werden soll. Jetzt, da man beginnt, so fleißig in dieser Richtung zu arbeiten, bleibt sein Fischblut ganz ruhig. Vor zwei Jahren war es anders. Damals — es war auf dem X. Zionistenkongreß — schrieb er einen Triumph-Artikel, in dem er darauf hinwies, daß seine Ideen den Kongreß beherrschten und auf allen Linien den Sieg errangen. — Wird er jetzt mit einem Artikel dem großen Siege gerecht werden können, den er errungen? (Aus dem jiddischen Manuskript.) Zionistische Notwendigkeiten. Von F. A. Meyer. Soll eine Veränderung möglichst in die Tiefe gehen, so gebe man das Mittel in den kleinsten Dosen, aber unablässig auf weite Zeitstrecken hin! Was ist Großes auf einmal zu schaffen? So wollen wir uns hüten, den Zustand der iMoral, an den wir gewöhnt sind, mit einer neuen Wertschätzung der Dinge Hals über Kopf und unter Gewaltsamkeiten zu vertauschen, — nein, wir wollen in ihm noch lange, lange fortleben — bis wir, sehr spät vermutlich, inne werden, daß die neue Wertschätzung m uns zur überwiegenden Gewalt geworden ist, und daß die kleinen Dosen derselben, an die wir uns von jetzt ab gewöhnen müssen, eine neue Natur in uns gelegt haben. — Man fängt ja an, auch dies einzusehen, daß der letzte Versuch einer großen Veränderung der Wertschätzungen, und zwar in bezug auf die politischen Dinge — die „große Revolution'' —, nicht mehr war als eine pathetische und blutige Quacksalberei, welche durch plötzliche Krisen dem gläubigen Europa die Hoffnung auf plötzliche Genesung beizubringen wußte — und damit alle politischen Kranken bis auf diesen Augenblick ungeduldig und gefährlich gemacht hat. Friedrich Nietzsche „Morgenröte''. Eine alljüdische Kritik, die dem jüdischen Westen Teilnahmlosigkeit gegenüber den wirklichen und schlummernden Volkskräften vorwirft, trifft den Zionismus weit weniger als alle

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