Die Freistatt
- Journal
- Die Freistatt
- Volume
- 1 (1913-1914)
- Issue
- Heft 5 (22.8.1913)
- Article
- Oppositionen
- Date
- 1913-08-22
- Page
- Seite 277 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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276 Davis Trietsch, Oppositionen. gegen seine Widersacher war Wolffsohn beispielsweise gar nicht mutlos, und auch die jetzige Leitung macht ihre allgemeinen Sachen — ich wiederhole es gern — ganz gut Wird Opposition nötig sein, um bei unserer gegenwärtigen Palästina-Richtung die Forderung einer vervielfachten Palästina- Arbeit durchzusetzen? Es wäre absurd, ist aber nicht unmöglich. Nur daß dann aber eingesehen werden sollte, daß die scheinbare Opposition die legitime Richtung darstellt, und daß eine Leitung, die sich vervielfachter Palästina-Arbeit entgegenstellen möchte, die eigentliche Opposition wäre * . . Es gibt aber ganz friedliche Mittel. Das Engere Aktionskomitee wäre — im programmatischen Sinne des gegenwärtigen — zu erweitern. Das zionistische Emigrationsamt wäre wenigstens jetzt — zehn Jahre nach, sagen wir, HerzFs Plan — zu realisieren. Wenn dann noch der Nationalfonds sich auf ein vernünftiges, seinem Gründungszweck angepaßtes Tätigkeitssystem festlegen läßt, so werden auch die übrigen Formen und Einrichtungen sich schaffen lassen, um unsere eigentliche Arbeit erst richtig zu beginnen! Wunder werden wir auch dann nicht wirken. Aber schon bis zum nächsten Kongreß können wir große Dinge schaffen, denen größere folgen sollen. Wir können — zum ersten Male — Palästina als Einwanderungsland etablieren. Wir können — innerhalb einer Kongreßperiode — vielen Tausenden Bemittelter und Unbemittelter auf neuer Basis zur Niederlassung in Palästina verhelfen, können zahlreiche neue Punkte im Lande schaffen und ein Tempo der Palästina- Arbeit einleiten, dem gegenüber alles Bisherige wie Schnecken^ gang erscheint. Vor allem können wir unsere eigenen Institute (Banken, Nationalfonds usw.) weit über alles nur Entwicklungsmäßige hinaus stärken, können das ernsthafte geschäftliche Interesse weitester jüdischer Kreise erwecken und eine Arbeit leisten, die das Volk mitreißt, von dem bisher nur ein minimaler Teil mit größter Anstrengung für kleinste Mitwirkung zu haben war.