Die Freistatt
- Journal
- Die Freistatt
- Volume
- 1 (1913-1914)
- Issue
- Heft 5 (22.8.1913)
- Article
- Oppositionen
- Date
- 1913-08-22
- Page
- Seite 268 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Davis Trietsch, Oppositionen 267 hingezogen, und außer der Zeit ging viel Lust und Feuer verloren, die nicht mehr zu erwecken sind. War, wie gesagt, die alte Opposition schon vor Jahren scheinbar gegenstandslos — seit der Programmschwenkung der Regierung „nicht mehr durch sachliche, sondern nur noch durch persönliche Gegensätze (oder gar „Motive") erklärbar" — geworden, so wird sie jetzt noch schwerer zu verstehen sein, da doch die neue Leitung zweifellos wirklich auf dem Palästina-Standpunkt steht. Nun, immerhin versteht man jetzt, wie sehr die konsequente Opposition im Recht war, die Wolffsohnsche Richtung auch nach ihrer scheinbaren Waffenstreckung weiter zu bekämpfen, weil man inzwischen gesehen hat, wie viel wirksamer die Palästina-Arbeit von verkappten als von erklärten Gegnern bekämpft werden konnte. Und hier muß ich zunächst zwei Einschaltungen machen: eine über die sogenannten „persönlichen" Gegensätze, und eine über gewisse allgemeine Schwierigkeiten, unter denen eine konsequente Opposition zu laborieren hat Zunächst die persönlichen Gegensätze. Ueberall, wo das süße Publikum Differenzen wahrnimmt, deren Ursachen seinen Horizont übersteigen, wittert es persönliche Interessen. In unserer schlechten Welt überwiegen diese ja tatsächlich, und die Auffassung des Publikums kann sich auf eine weltweite und allgemeinste Erfahrung berufen. Aber es versteht nicht Unterschiede zu machen, und findet die Ausnahmen selten heraus. — Darunter leidet die Opposition mehr als die Regierung, weil die Masse immer knechtselig ist, weil man einen Regierungsstandpunkt nicht auch noch zu verstehen braucht, um ihn für himmlische Weisheit zu halten, und weil meist die schlechteste Regierung immer noch wirksamere Mittel zur Beeinflussung des Publikums hat, als die beste Opposition. Auf den speziellen Fall angewendet, möchte ich sagen, daß unsere Opposition ausging von einem tieferen Erfassen der Notwendigkeiten unserer Bewegung. Weil wir die Dinge wirklich wollten, gerieten wir in Konflikte mit denen, die sie nur im Programm hatten, oder mit denen, die sie sehr viel minder stark wollten, oder denen die unwahrscheinlichsten Mittel zu ihrer Durchführung einfielen. Meint denn jemand im Ernst, daß es mir zum Beispiel Spaß machte oder persönlich vorteilhaft erschien, gegen Herzls überragenden Einfluß anzukämpfen? Dieser Weg blieb mir doch erst, als alle Versuche, ihn von seiner Politik abzubringen, sich