Die Freistatt
- Journal
- Die Freistatt
- Volume
- 1 (1913-1914)
- Issue
- Heft 4 (15.7.1913)
- Article
- Aus der Rolle gefallen
- Date
- 1913-07-15
- Page
- Seite 263 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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- IRI
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262 Vom jüdischen Leben und Schaffen zurückfallen oder aus der Rolle gefallen bleiben und zugleich einsehen, daß die „Philanthropen" nicht die einzig Schuldigen sind. M. A. Jüdische Kulturbewegung in Rußland. (Chronik.) Jüdische statistische Gesellschaft. Eine solche — die erste in Rußland — ist jüngst in Wilna gegründet worden. Laut ihren legalisierten Statuten hat die Gesellschaft das Recht, für ihre wissenschaftlichen Arbeiten die Materialien der behördlichen Institutionen zu benutzen. Die Gesellschaft plant selbständige statistische Arbeiten und Enqueten und hat die Vorbereitungen zu einer Monatsschrift in der Art der „Zeitschrift für Statistik und Demographie der Juden* begonnen. Der neuen Gesellschaft warten gerade in Rußland sehr wichtige und dringliche Aufgaben, da bisher die statistische Seite der jüdischen sozialen Erscheinungen sehr vernachlässigt ist. Es ist zu erwarten, daß weitere jüdische Gemeinden in Rußland dem Beispiele Wilnas folgen werden. Gesellschaft der Liebhaber des jüdischen Altertums. Auch diese neue Gesellschaft hat ihren Sitz in Wilna. Sie hat sich das ungeheuer wichtige Ziel gestellt, im „litauischen Jerusalem* ein gesamt-jüdisches Museum zu gründen, und hat damit begonnen, Denkmäler der jüdischen Archäologie, Ethnologie und Kunst, wie auch Quellenwerke und andere Literatur zu sammeln. Außerdem bemüht sich die Gesellschaft um die Konservierung und Restauration wichtiger altjüdischer Denkmäler, Sie wird eine systematische populäre Aufklärungsarbeit über dies so sehr vernachlässigte Gebiet des jüdischen Schaffens in die Wege leiten durch Herausgabe beschreibender Literatur und durch Veranstaltung von Vortragsabenden. Die Wilnaer Gemeinde hat der Gesellschaft besondere Räume für das entstehende Museum überlassen. Auskunftsstelle für Jiddisch. Allen denen, die es im Westen mit dem Verstehen jiddischen Schrifttums versuchen wollen, — Einzelpersonen wie Vereinen — steht die Schriftleitung der Freistatt gerne und unentgeltlich beratend und Wege weisend zur Seite. Mit Rückporto versehene Schreiben richte man an die Redaktion der Freistatt, Berlin-Steglitz, Auskunftsstelle für Jiddisch. Redaktion: F. M. Kaufmann, Berlin-Steglitz; F. A. Meyer, Eschweiler* — Manuskripte und Rezensionsexemplare sowie alle anderen Zuschriften sind vom 1. August bis 10. September an den Herausgeber der „Freistatt* zu senden. — Bei unverlangten Einsendungen Rückporto erbeten« — Nachdruck nur mit deutlicher Quellenangabe gestattet« Druck von J. Dostall, Eschweiler