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Die Freistatt · 1913-07-15 · Heft 4 (15.7.1913) · p. Seite 214

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Journal
Die Freistatt
Volume
1 (1913-1914)
Issue
Heft 4 (15.7.1913)
Article
Alljüdische Kritik
Date
1913-07-15
Page
Seite 214 (sequence 13)
Language
German
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Benzion Rubstein, Die wirtschaftlichen Probleme. 213 Auch hier ist dem Autor die Methodik verhängnisvoll geworden. Weil sie ihm nur die pathologische Seite des ostjüdischen Lebens aufdeckte, ihn nur die Zerfallserscheinungen sehen ließ, drängte sie ihn zu dem bereits erwähnten groben Analogieschluß, vor dem die primitivste soziologische Einsicht hätte warnen müssen. So haben wir auch die methodischen Leitsätze, mit denen Ruppin arbeitet, und die für den soziologischen Wert der Untersuchung entscheidend sind, als willkürlich und falsch erkannt. Weiter aber, bis zu Einzelheiten soll diese Untersuchung nicht getrieben werden; wir kehren zu ihrem Ausgangspunkt zurück. Nicht um das Ruppinsche Werk handelte es sich da, sondern um die Frage, worin die Sterilität der zionistischen Ideologie ihre Ursache habe. Die Möglichkeit, die uns blieb, diese Sterilität auf die Geschlossenheit und die zwingende Wahrheit der Doktrin zurückzuführen, ist reichlich genug von uns erörtert worden. Sie ist dreifach zu verneinen. — Es muß nach unseren Feststellungen fast unwahrscheinlich klingen, daß nicht wenigstens bei einem der vielen Mängel, die diese „klassische" Darstellung der Doktrin aufweist, so etwas wie eine Kritik eingesetzt hat. Dies Unwahrscheinliche aber ist in der zionistischen Ideologie Ereignis geworden. So ist denn der Ring, der die Sterilität der Theorie mit dem organischen Widerspruch der Bewegung in direkte Verbindung setzen will, als geschlossen zu betrachten. Diese Feststellung nötigt aber, zusammen mit den Resultaten des kritischen Teiles zu Folgerungen, die in ihrer ganzen Tragweite erst nach der Kritik des Palästinaismus gezogen werden können. Die wirtschaftlichen Probleme der osteuropäischen Judenheit*) IL Landwirtschaft oder ihre Nebenzweige? Von Benzion Rubstein. Im ersten Artikel habe ich auf die Möglichkeit einer jüdischen landwirtschaftlichen Kolonisation in Galizrien hingewiesen. Jetzt wollen wir uns mit der Frage beschäftigen, welche Kolonisationsart für uns vom nationalen Standpunkt nützlicher ist, der eigentliche Ackerbau oder seine Nebenzweige. *) Siehe den ersten Aufsatz im April-Heit.

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