Die Freistatt
- Journal
- Die Freistatt
- Volume
- 1 (1913-1914)
- Issue
- Heft 1 (April 1913)
- Article
- Jiddishe Dichtung.
- Date
- 1913-04-01
- Page
- Seite 59 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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50 einzelnen Fällen, wo die »unregelmäßige« Verschiedenheit der Aussprachen die neutrale Bezeichnung nicht zuläßt, mußte eine von ihnen gewählt werden Bemerken möchte ich noch, daß diese Transkription nur dem vorliegenden Zwecke dient und nicht als Vorschlag zur Abschaffung der heutigen Schrift aufgefaßt werden darf, da ich diese letzthin öfters aufgetauchte Idee ablehne.___ Zu*- Einleitung für die »Proben« wurde eine Anzahl von lyrischen Gedichten verschiedener Dichter ausgewählt In der nächsten Nummer sollen Volkslieder folgen, und sodann in jedem Heft ein oder mehrere Dichter in etwas ausführlicherer Auswahl Auch aus dem Gebiete der jüdischen Volksschöpfung (Sagen u. s w.) sind Proben geplant. Salomo Birnbaum. X Adler. S h a b e s b e n - hashmushes. Er gejt shojn awek zech, Der hejliker Shabes, In shtibl wert finster, In shtibl iz shtil. Es sheptshet di mame: „Och, Got fyn Awrüem" — Zi sheptshet di tfile Mit harc yn gefil „Och, Got fyn Awrüem, Fyn Jicchek, fyn Jankew, Farnem doch man tfile In himlsgecelt — Yn shik mir parnüse Yn recht yf man mazl Yn lechtik zol wern Man finstere weit . . Es tynklt der himl Es cijen zech wolkns In shtibl iz finster Yn ytnedik, shtil-- Nor ergec in winkl, Farshtypt in a shpare Dort tshirket yn tshirket Farborgn a gril..... [J.Adler. Sabbatdämmerzeit. — Schon geht der heilige Sabbat hinweg, im Zimmer wird's finster, still ist's im Zimmer. Die Mutter flüstert: „Ach, Abrahams Gott". Ihres Herzens Fühlen flüstert das Gebet, — „Ach Abrahams Gott, Gott Isaaks und Jakobs, vernimm mein Gebet in Himmelshöhn und schick mir Erwerb und erhebe mein Schicksal und möge sich meine dunkle Welt erhellen — Der Himmel dunkelt, Wolken ziehen, im Zimmer ist's finster und traurig und still — Im Winkel nur, in einer Ritze irgendwo verborgen, zirpt unablässig ein Heimchen . . , ,] Chäjem Nachmen Bjalik. %* Ynter di grinenke bejmalech Shpiln zech Mojshalech, Shlojmalech. Cices, kapotkalech, pejalech — Jidalech frish fyn di ejalech, Gyfalech — shtroj, rojch yn federlech Nem yn cybluz zej of gliderlech — Chapn zej yf gringe wintalech Yn es cytrügn zej fejgalech . . . . Nor ejn zach farmügn zej ejgalech Di ojgn farmugn cwej pintalech, Wüs gHjen yn finklen yn tykn zech Yn epes wi newijesh yn wynderlech, Fartrachtn zech tif yn farkykn zech Of nechtige teg yn of fejgalech .... Oi, mir zol zan, jideshe kinderlech Far aere kushere ejgalech! . , , .